Usseln

Einzigartige Kultur- und Naturlandschaft

- Willingen-Usseln (r). Die Hochheide am Usselner Osterkopf war Ziel einer interessanten Exkursion, zu der die Upländer NABU-Gruppe einlud.

Es war ein Ausflug in die Natur und zugleich in die Geschichte des Uplands. Die fünfte Veranstaltung, die der Naturschutzbund in diesem Jahr anbot, stand unter fachkundiger Leitung von Wolfgang Lübcke (NABU Edertal). Trotz unbeständigen Wetters konnten neben botanischen Besonderheiten wie beispielsweise die für die Upländer Hochheiden typischen montanen Zwergsträucher Besenheide, Heidel- und Preiselbeere auch Sing- und Greifvögel, darunter Mäusebussard, Habicht und Turmfalke, beobachtet werden. Das nördlich von Usseln gelegene rund 30 Hektar große Hochplateau des Osterkopfes (zwischen 640 und 709 Meter über dem Meeresspiegel) ist eines von sechs Naturschutzgebieten im Upland. Hochheiden kommen in Hochlagen ab etwa 600 Meter über NN vor und sind in Hessen nur am Osterkopf, am Kahlen Pön sowie am Ettelsberg großflächig ausgeprägt. Neben einem windreichen, rauen Klima sind die Bodenverhältnisse für das Wachstum der Zwergsträucher wesentlich. Die Hochheide am Osterkopf gilt als die letzte gut erhaltene des Waldecker Uplands. Die in früheren Zeiten noch baumbestandenen Flächen wurden nach Rodung meist als Schafsweiden und zum Sammeln von Beeren genutzt. Unter großen Mühen gewann die bäuerliche Bevölkerung zudem Einstreumaterial durch das sogenannte Plaggen, in dem die oberste durchwur- zelte Bodenschicht mitsamt den Pflanzen abgetragen und nach Trocknung in den Ställen verwendet wurde. Diese Nutzung verhinderte, dass sich größere Bäume und Sträucher ansiedelten, und es entstand eine einzigartige, durch menschliche Einflüsse geprägte Kultur- und Naturlandschaft. Insofern stellen die Heide-Schutzgebiete auch bezüglich ihrer Pflege eine Besonderheit dar, da nur durch das turnusmäßig durchgeführte Plaggen die speziellen Bedingungen erhalten werden können. Wolfgang Lübcke brachte den Teilnehmern aufgrund seines fundierten Fachwissens nicht nur den Lebensraum „Hochheide“ mit seinen speziellen Lebensgemeinschaften im Laufe der zweistündigen Wanderung spannend und anschaulich näher, sondern vermittelte auch zur sonstigen Tier- und Pflanzenwelt viel Wissenswertes.Die nächsten Termine der NABU-Ortsgruppe, zu denen alle Interessenten eingeladen sind: „Pilze und Flechten“, Exkursion am 17. Oktober unter Leitung von Werner Eger (Vöhl); „Kleine Tiere ganz groß“, Vortrag mit Bilderschau von Manfred Kunz (Willingen) am 21. November. Informationen zum NABU und der Ortsgruppe Willingen geben Ernst Fischer (Telefon 05632/6303) und Volker Ashauer (Telefon 05632/6724, Mail: willingen@nabu-waldeck-frankenberg. de).

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