Amt für Bodenmanagement lädt zum Geocaching ein · Prämierung beim Hessentag

Elektronische Schatzsuche für Schüler

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Koordinatenkontrolle an der Kleingartenkolonie Rhenaer Weg: Die ALS-Schüler Leonora Syla, Madita Will, Anna Sieberichs, Johanna Wagner, Tim Simshäuser, Jannik Stiehl und Lukas Schultze auf GPS-Schnitzeljagd.

Korbach - Mit einem Navi im Handyformat, Klemmbrett und Kuli ausgestattet sind gestern 28 Achtklässler der Alten Landesschule auf Schatzsuche gegangen. Geocaching heißt diese satellitengestützte Variante der Schnitzeljagd.

Ob mit dem Global Positioning System (GPS) die Koordinaten eines versteckten Gegenstands oder, wie bei der Liegenschaftsverwaltung, die Grenz- und Vermessungspunkte eines Grundstücks ermittelt werden, ist vom Prinzip her das Gleiche. „Mit Geocaching können wir den Schülern ein Teilgebiet unserer Arbeit spielerisch näherbringen. Dies ist zum Teil auch Werkzeug der Ausbildung zum Geomatiker, die wir seit 2011 bei uns anbieten“, erklärt Karina Fennel vom Amt für Bodenmanagement in Korbach. Unter dem Titel „Die Vermessung der Welt“ erfuhren die ALS-Schüler zunächst etwas über Luftbilder und digitale Karten, den Aufbau des Koordinatensystems, die Funktionsweise eines GPS-Gerätes und die „Kunst“ der Maßstabsberechnung. Bei der anschließenden Geocaching-Runde über gut vier Kilometer konnten sie die Theorie zum Teil gleich in die Praxis umsetzen.

Grundsätzlich funktioniert die elektronische Schatzsuche so: Wer einen Cache (englisch für „geheimes Lager“) gelegt hat, veröffentlicht im Internet die Koordinaten des platzierten Behälters sowie weitere Informationen zur Strecke (Geländeform, Länge, Höhenmeter, Parkhinweise). Wer einen Cache aufspüren will, sucht sich die Koordinaten heraus und programmiert damit sein mobiles Navigationsgerät. Finder tragen sich dann in ein Logbuch als Beweis ein. Später wird der Fund im Internet nachgetragen.

Eine Filmdose unter einem Stein am Ackerrand, eine Brotdose in einem morschen Baumstumpf: Sechs Stationen umfasste die Schnitzeljagdstrecke, die Karina Fennel mithilfe ihrer Kollegen für die in vier Gruppen aufgeteilten ALS-Schüler gelegt hatte. Die in den Behältern deponierten Zettel enthielten Hinweise, wie an die Koordinaten des nächsten Caches zu kommen war. Die Quersumme der Anzahl von Buchstaben eines bestimmten Namens etwa, oder die Frage nach dem Jahr, in dem das Korbacher Rathaus erbaut wurde.

Wer die Disziplinen (Ent-)rätseln, Rechnen, Rennen besonders gut absolvierte, wird sich beim Hessentag zeigen, der vom 14. bis 23. Juni in Kassel stattfindet. Dort werden die besten Schulklassen mit Sachpreisen ausgezeichnet. Die zweite Klasse aus Waldeck-Frankenberg, Fünftklässler der Christian-Rauch-Schule Bad Arolsen, geht am 19. April auf Schatzsuche.

Hintergrund

Das GPS (Global Positioning System) wurde vom US-amerikanischen Verteidigungsministerium entwickelt. Ziel dieses Satelliten-Navigations-Systems war die militärische Nutzung.

Deshalb wurden die Signale verschlüsselt, sodass die Genauigkeit für die zivile Nutzung auf höchstens 100 Meter beschränkt wurde. Im Mai 2000 wurde die Verschlüsselung abgeschaltet. Fortan lag die Genauigkeit, mit der mobile GPS-Geräte einen Geländepunkt ermitteln konnten, bei rund zehn Metern: Geocaching war geboren.

Je nach Ausstattung sind die Navigationsgeräte im Handyformat für 80 bis 500 Euro zu haben. Weltweit gibt es zurzeit rund zwei Millionen Verstecke, etwa 280 000 davon in Deutschland. In Waldeck-Frankenberg finden sich viele Caches entlang des Edersees. Weitere Informationen: www.opencaching.de.(r/tk)

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