Kritik an Informationsfluss nach Salmonellen im Kindergarten

Eltern beklagen Vertrauensverlust

Marienhagen - Im Kindergarten Marienhagen herrschte im Dezember Ausnahmezustand: Bei sechs Kindern wurden Salmonellen nachgewiesen. Neue Fälle gebe es nicht, erklärt der Vöhler Bürgermeister jetzt. Währenddessen beklagen viele Eltern, sie seien nicht rechtzeitig informiert worden.

Seit Montag hat der Kindergarten in Marienhagen wieder geöffnet – die Kinder sind in die Einrichtung zurückgekehrt. Vorausgegangen war eine komplette Desinfizierung der Einrichtung. Denn vor den Weihnachtsferien hatten sechs Kinder unter einer Salmonellen-Infektion gelitten. Die Unsicherheit nach den Ferien sei nun groß, erzählt eine Mutter. Sind die Salmonellen bekämpft? „Wir hatten in den vergangenen Wochen das Gefühl, nicht richtig informiert worden zu sein“, beklagen Eltern und sprechen von einem „Vertrauensverlust“. Bedenken wegen des hygienischen Umgangs mit der Infektion gebe es keine, betonen die Eltern auch. „Aber wie sollen wir darauf vertrauen, dass wir künftig die richtigen Informationen bekommen?“, fragen sie. Das Problem: Lange Zeit sei im Kindergarten von „Magen-Darm-Erkrankungen“ gesprochen worden. Auch entsprechende Aushänge hätten nie auf „Salmonellen“ hingewiesen. Und tatsächlich informierte die Gemeinde noch Anfang November über vermehrt auftretende Magen-Darm-Erkrankungen. „Diese Empfehlung haben wir damals vom Fachdienst Gesundheit bekommen“, erklärt Vöhls Bürgermeister Matthias Stappert. Es folgten Info-Schreiben, wie Eltern mit der Erkrankung umgehen sollen, und am 25. November informierte die Gemeinde darüber, dass das gemeinsame Frühstück im Kindergarten vorerst ausfalle. „Auch damals wurde empfohlen, nicht von Salmonellen zu sprechen“, sagt Stappert. Erst als sich die ersten Eltern an den Fachdienst gewandt und einen konkreten Aushang gefordert hätten, habe sich der Wind gedreht. „Entgegen früherer Aussage wurde angeordnet, dass nun die Salmonellen im Aushang genannt werden sollen“, sagt Stappert. Daraufhin habe es am 11. Dezember einen weiteren Elternbrief gegeben. Stappert fasst zusammen: „Alle Eltern wurden über die kindergartenüblichen Kanäle umfassend informiert. Hinsichtlich der Art und der Häufigkeit der Informationen haben sich Träger und Einrichtung nichts vorzuwerfen. Der Wortlaut erfolgte aufgrund einer Aussage des Mitarbeiters des Gesundheitsamtes“. Er ergänzt: „Im Nachhinein hätten wir besser anders gehandelt.“ Beim Landkreis nachgefragt, heißt es: Als zweifelsfrei festgestanden habe, dass es sich um Salmonellen handelt, habe es entsprechende Informationen gegeben. In vielen Fällen seien die Kinder aber von jahresüblichen Magen-Darm-Erkrankungen betroffen gewesen. Am Ende hätten nur sechs der 50 Kinder an einer Salmonellen-Infektion gelitten.Neue Fälle sind unterdessen nicht bekannt. Bei einem Kind fehle noch der Nachweis, ob es den Keim noch ausscheide. Es besuche eine getrennte Toilette. Von Theresa Demski

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