„Eon-Verkauf bietet sinnvolle Perspektive“

Waldeck-Frankenberg - Der schon seit Wochen erwartete Verkauf des regionalen Energieversorgers Eon Mitte böte nach Ansicht der SPD „für Nordhessen eine große Chance zu einer dezentralen und kommunal verantworteten Strom- und Gasversorgung“.

Die „hervorragend aufgestellte Energie Waldeck-Frankenberg (EWF)“ stelle für die bisherigen Eon-Kommunen in Waldeck-Frankenberg und in den benachbarten Kreisen Kassel und Schwalm-Eder eine gute Alternative dar, erklärten der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Reinhard Kahl, und der Kreistagsabgeordnete Harald Plünnecke - beide Mitglieder des EWF-Aufsichtsrats - nach den bekannt gewordenen Verkaufsplänen.

Damit wolle der Eon-Mutterkonzern wohl in erster Linie einen Teil der eingefahrenen Verluste kompensieren. „Die vier großen Stromkonzerne haben sich in der Vergangenheit einseitig auf Atomkraft und Großkraftwerke konzentriert und die notwendige Entwicklung zu regenerativen Energien schlicht verschlafen“, betonte Kahl. Die Trennung des Konzerns von Eon Mitte habe auch etwas damit zu tun, „dass das Versorgungsgebiet der bisherigen Eon-Tochter sehr zerstreut ist. Durch den Verlust von Konzessionskommunen an EWF und andere regionale Strombetreiber ist das verbliebene Gebiet nur noch sehr schwer wirtschaftlich zu betreiben“.

Nach den Worten Plünneckes ist eine Aufteilung des verbliebenen Gebiets von Eon Mitte die richtige Antwort: „EWF steht bereit, weitere Kommunen aus dem Eon-Bereich in den Landkreisen Kassel und Schwalm-Eder zu übernehmen.“ Besonders die Tür für die Frankenberger Energiegesellschaft EGF, an der Eon Mitte beteiligt ist, zur EWF stehe „weit offen“, unterstrich Kahl. Mit Hatzfeld, Battenberg, Bromskirchen, Frankenau und den südlichen Ortsteilen von Vöhl ist die EWF schon stark im Frankenberger Land vertreten. „Eine Zuständigkeit der EWF für ganz Waldeck-Frankenberg ist nicht nur nach Auffassung der SPD eine energiewirtschaftlich sinnvolle Perspektive“, unterstrich Plün­necke. (r)

Kommentare