Bahnhof in Brilon-Wald wird restauriert · Dienstag Informationsabend zum Projekt

Erlebnishotel statt Schandfleck

Der Bahnhof in Brilon-Wald ist in einem desolaten Zustand. Der schlechten Wirkung auf die ganze Region soll seine Restaurierung und Verwandlung in ein Hotel mit Eisenbahn-Thematik entgegenwirken. Fotos: Wilhelm Figge

Brilon - Der Bahnhof in Brilon-Wald soll restauriert werden und als Hotel die Tourismusregion bereichern.

100 Jahre ist der Bahnhof in Brilon-Wald alt - Touristen auf dem Weg ins Waldecker Land bietet sich aber nicht etwa eine altehrwürdige Station, sondern ein heruntergekommenes Areal: Die Fassade blättert ab, in den Bahnsteighäuschen sind mehr geborstene als heile Fenster und der Geruch in der Unterführung zeugt vom Fehlen der Sanitäranlagen. „Es ist ein Skandal, dass die Deutsche Bahn einen Bahnhof an so einer wichtigen Strecke verkümmern ließ“, sagt der Briloner Bürgermeister Franz Schrewe.

Mit dem Zustand ihres „Vorgartens“ sind weder Upländer noch Sauerländer hinter der westfälisch-hessischen Grenze zufrieden. Bürger aus Willingen, Brilon und Brilon-Wald haben deshalb die „Waldbahnhof Sauerland GmbH“ gegründet. Als Erlebnishotel soll das denkmalgeschützte Gebäude wieder empfangswürdig werden.

„Kurz davor zu beginnen“

„Was anfangs mehr eine Bürger­initiative war, wird nun zu einem ernsthaften Wirtschaftsbetrieb“, erklärt Eckard­ Lohmann, Architekt und Mitgeschäftsführer. Der Wirtschafts- plan steht, ein Betriebsleiter ist gefunden, Zuschüsse sind sicher und das Gelände wurde gekauft: „Wir sind auf der letzten Spur, um zu beginnen“, sagt er.

Entstehen soll ein Hotel, das besonders Eisenbahnfreunde begeistern dürfte. Neben Zimmern im Bahnhofsgebäude wurden zwei Waggons mit Betten und einer mit Sanitäranlagen gekauft. Insgesamt kommen 200 Übernachtungsplätze zusammen. „Für das Hotel soll das Bahnhofsflair entscheidend sein“, sagt Lohmann. Zielgruppe seien Menschen, die originelle Reisen mit der Bahn machen möchten.

Auch in seiner ursprünglichen Funktion wird der Bahnhof wiederhergestellt: Der Wartesaal kommt als solcher wieder in Funktion und soll mit großen Präsentationsflächen für Touristik und Wirtschaft der Region werben. Kiosk und Sanitäranlagen sollen den Bahnhof Reisenden wieder angenehm machen.

Ergänzung statt Konkurrenz

Mit seiner Lage und Ausrichtung sei das geplante Hotel keine Konkurrenz zu den Betrieben in Willingen, erklärt Lohmann. Und dass Brilon-Wald für das Ansehen der ganzen Region bedeutsam ist, weiß auch der Willinger Bürgermeister Thomas Trachte. „Kaum vorstellbar, wie oft der Name des Orts in Wegbeschreibungen ins Upland auftauchen muss“, sinniert er. Nicht nur Zimmer und Ort, die ganze Region müsse Urlaubern gefallen. Deshalb beobachte die Gemeinde das Projekt schon lange - Willinger Geld für das insgesamt drei Millionen Euro teure Projekt komme aber ausschließlich von privaten Investoren.

Die Stadt Brilon, die Bahn und die Regionalmarketing-Agentur Südwestfalen kümmern sich um einzelne Infrastrukturprojekte. Dazu kommen Denkmalpflegemittel von Bund und Land. Die Mittel für den Kern des Projekts stammen von den bislang 43 Kommanditisten. Dienstag um 19 Uhr laden diese zu einer Informationsveranstaltung in den Güterschuppen des Bahnhofs ein, um das Projekt und das weitere Vorgehen zu erklären und mit an einer Teilhabe Interessierten zu sprechen.

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