Technische Probleme bei Filmvorführung im Korbacher Bürgerhaus – Gäste offen für Notlösungen

Krisenmanagement im Korbacher Eventkino

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Unerwartete Leckerei: „Birnenkuchen mit Lavendel“ wurde wegen technischer Probleme gleich zweimal gezeigt.

Korbach. Beim vierten Korbacher Erlebniskino standen opulente Kinderunterhaltung, feinsinniger französischer Film und Großstadtkomödien auf dem Programm  – doch vor allem wurde der Tag spannender, als es Friedrich Bähr vom Kino Willingen als Ausrichter lieb sein konnte.

Kurz vor der Vorführung des ersten Films, der Neuverfilmung des Dschungelbuchs stürzte das Betriebssystem des Servers ab, auf den die Filme geladen waren. Am Vorabend seien die Geräte noch auf alle Eventualitäten geprüft worden, erklärte Denis Heller von der Stadt Korbach. 

Der Defekt war kein kleines Problem: Zwar beschaffte Bähr in Willingen ein Ersatzgerät, aus Lizenz- und Kopierschutzgründen sind die Filme jedoch verschlüsselt – und jeder Code gilt nur für einen Projektor, erklärte der Kino-Betreiber. Für die Kindervorstellung war es zu spät, um noch einen solchen Schlüssel zu bekommen, Ersatz musste her. Mit der improvisierten Lösung, der Dinosaurier-Komödie „Arlo und Spot“ des Animationsstudios Pixar, seien die 20 kleinen Gäste nicht unglücklich gewesen, befand Denis Heller. 

Die 17-Uhr-Vorstellung von „Birnenkuchen und Lavendel“ erwies sich auf dem neuen Gerät als unproblematisch und war mit rund 50 Zuschauern die am besten besuchte Vorführung. Der Abendfilm hielt Friedrich Bähr und Mitarbeiter derweil auf Trab: Bereits um 15.15 Uhr forderten sie bei Warner Bros. in London einen neuen Schlüssel an – der ließ aber auf sich warten. 

Als einige Minuten nach dem geplanten Start von „How to be Single“ um 20 Uhr die ersten Gäste unruhig wurden, traten Bähr und Heller vor das Publikum. Zweiter Kuchen als Notlösung Als Notlösung spielten sie nochmals „Birnenkuchen mit Lavendel“. Das Publikum zeigte sich aufgeschlossen, und als Friedrich Bähr um 21.15 Uhr den Film unterbrach und verkündete, dass der Schlüssel für „How to be Single“ eingetroffen sei, wollten die meisten Zuschauer lieber die Komödie um die sich abmühende Birnen-Bäuerin Louise und den Autisten Pierre weitersehen. Nur zwei Zuschauer gingen wieder heim. 

Alle Gäste der ersten und dritten Vorstellungen dürfen ihre Karten im Bürgerbüro umtauschen.

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