Spannender neuer Rundgang zur Stadtgeschichte

Erlebnistour „Zwischen den Mauern“

Korbach - Hessens einzige Hansestadt zieht immer mehr Tagesgäste. In der Altstadt können sie ab sofort Korbacher „Geschichte(n)“ neu entdecken – beim Rundgang „Zwischen den Mauern“. Das doppelte Erlebnis gibt‘s interaktiv mit einer speziellen „App“ fürs Handy.

Das war eine Mordsplackerei, als die Altstadt rund um den Kilian und die damalige Neustadt um den Nikolai vor über 600 Jahren einen gemeinsamen doppelten Mauerring erhielten. Stolz ragten die gotischen Türme schon empor, aber beide Kirchen waren noch gar nicht komplett fertiggestellt, als die Korbacher Bürger 1414 ein besonderes Fest feierten: Am 16. Mai, einen Tag vor Himmelfahrt, setzten sie damals einen besonderen Stein zur Vollendung des doppelten Stadtmauerrings. Korbach blühte als Mitglied des Hansebundes, ein neues Rathaus war um 1377 entstanden, da kam das verstärkte Bollwerk außen herum gerade recht, um als Bürgerstadt wehrhaft gegen Feinde zu sein – oder Zugriffe der Landesherrn. Bis heute ist die Mauer um die historische Kulisse aus Fachwerk und Gotik in weiten Teilen erhalten. Und gerade ein doppelter Mauerring ist in ganz Deutschland höchst selten noch zu finden. Nicht nur für Gäste erzählt die Stadtmauer also aus einer wechselvollen, interessanten Geschichte – auch für die Korbacher selbst. Neu entdecken können sie dies an elf Stationen auf dem neuen Rundgang „Zwischen den Mauern“, erklärt Dr. Marc Müllenhoff, Stadtmarketingexperte der Korbacher Wirtschaftsförderung. Gemeinsam mit Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich, Museumsleiter Dr. Wilhelm Völcker-Janssen sowie Bernd Wecker und Leonie Wilke vom Planungsbüro „Bioline“ stellte Müllenhoff das Projekt am Mittwoch vor. Startpunkt des Rundgangs ist das Museum am Kirchplatz, von dort geht es weiter an zehn Stationen. Ob am Enser Tor, im Katthagen, in der Allee, am Wollweberturm oder am Tylenturm – an markanten Punkten stehen neue Hinweistafeln, die von Korbachs Geschichte und Entwicklung berichten. Dabei spannt sich der Bogen vom frühen Mittelalter bis in die Moderne, vom fränkischen Reichshof bis zur Gummiindustrie. Damit die Besucher vom Mauerring stets auch zu Besonderheiten in Korbachs goldener Mitte finden, wurde die „Goldspur“ als Leitsystem um 16 neue Hinweistafeln ergänzt. Insgesamt 2,1 Kilometer lang ist die Tour entlang der Stadtmauer, ein bis zwei Stunden dauert das zu Fuß – je nach persönlicher Intensität. Ein neues Faltblatt bei der Tourist-Information erklärt, wie‘s geht, und zeigt eine detaillierte Karte der Korbacher Altstadt. Moderne Entdecker können den Rundgang und zusätzliche Korbacher Geschichten auch interaktiv auf dem Smartphone erleben. Touristisch eingebunden in die „Grimm-Heimat Nordhessen“ geht es dabei mit QR-Code oder kostenloser App auf Schatzsuche unter dem Menüpunkt „Events“. Märchen und Sagen aus dem alten Korbach, überdies weitere Informationen gibt es via Handy in Bild und Ton. Hinzu kommen Rätselfragen. Wer alle Fragen richtig beantwortet hat, für den wartet in der Tourist-Information (Rathaus) eine kleine Überraschung.Bürgermeister Klaus Friedrich ist überzeugt: „Der Rundgang zwischen den Mauern bringt noch mehr Spaß, um unsere Stadt in all ihren Facetten zu entdecken.“ Von Jörg Kleine

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