Korbach

Eröffnung vor Weihnachten fraglich

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- Korbach (jk). Beim Hallenbad sind die Bauarbeiter im Endspurt. Ob die stählernen neuen Becken noch vor Silvester zum Badespaß einladen, ist jedoch unsicher.

Die Planung fürs dreitägige Eröffnungswochenende läuft bereits, schwärmte Friedhelm Schmidt am Mittwochabend im Stadtparlament: „Das wird ein besonderes Highlight.“ Geplant war die Eröffnung noch Ende 2011. Das verheißene Glanzlicht könnte allerdings auch ins neue Jahr verschoben werden, ließ der Projektleiter von Stadt und Badbetreiber EWF vorsichtig durchblicken: „Nach wie vor ist unser Bestreben, vor Weihnachten zu öffnen. Aber eine genauere Aussage kann ich erst Ende November treffen“, erklärte Schmidt.

Die Hintergründe sind schnell erklärt: Zum Jahresende sind Baufirmen und Lieferanten überlastet. Zudem brauchen viele Gewerke eingehende Kontrollen und solide Bauabnahme. Allein die Fliesen im Sole-Bewegungsbad müssen zunächst probeweise „14 Tage unter Wasser gesetzt werden“, um zu testen, ob auch alles dicht ist. Ähnliche Prüfungen gelten für Heizung und Elektroinstallationen. „Hier sind uns die Hände gebunden“, sagte Schmidt. Und das Risiko einer übereilten Bauabnahme, nur um vor Weihnachten noch den neuen Badespaß zu erzwingen, das will Schmidt nicht eingehen.

An der Baustelle sind die Handwerker fieberhaft bei der Arbeit. Die stählerne Rutsche bekam gestern mit Beize eine Politur, innen sind Fliesenleger und Installateure im Endspurt. Auch die Anker für das Drei-Meter-Gerüst blitzen am Boden, Planschbecken, Duschen und Kabinen zeigen deutlich Kontur. Auch der Rohbau für die Blockhaus-Sauna steht. Und die neue Gestaltung des Außengeländes hat ebenfalls begonnen. Ringsum sind künftig ein Metallzaun und Beleuchtung vorgesehen. Zusätzlichen Sichtschutz für den ausgedehnten Sauna-Trakt bringen Bambus und Trennwände.

Unterm Strich ist Schmidt zuversichtlich, dass auch neue Mehrkosten für Schallschutz der Rutsche und Entwässerung an den Beckenrändern finanziell noch aufgefangen werden können. Denn insgesamt addiert sich Korbachs derzeit größtes öffentliches Projekt auf rund acht Millionen Euro.

Kritische Nachfragen blieben im Parlament derweil nicht aus. So bohrte SPD-Fraktionschef Martin Dörflinger nach, ob denn das Marketingkonzept fürs Hallenbad zuvor mit Betreiber EWF abgestimmt worden sei. Überdies seien die Aufträge für „leichte Gastronomie“ offenbar erst sehr spät erfolgt. „Die ganzen Streitereien um Zuständigkeiten gefallen mir überhaupt nicht mehr“, setzte SPD-Sprecher Helmut Schmidt noch eins drauf. Das bezog sich auf die Gemengelage zwischen Stadt als öffentlicher Zahlmeisterin und Planerin, EWF wiederum als privater Auftraggeberin des Hallenbads.

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