Gemeinde stellt neue Anlegestelle der MS Muffert am Diemelsee vor

Erst wandern, dann schippern

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Anrufen und einsteigen: Ab sofort hält die Muffert bei Bedarf auch am Itterarm des Diemelsees. Sehr zur Freude von Bürgermeister Volker Becker, Tourismus-Expertin Mareike Breuker und Kapitän Stefan Koch.Foto: Theresa Demski

Diemelsee-Heringhausen - Ein Anruf genügt und schon sammelt Kapitän Stefan Koch Ausflügler direkt am Wanderweg ein. Seit dieser Woche hält die MS Muffert auch im Westen des Diemelsees - bei Bedarf.

Idylle pur. Die Sonne scheint durch das dichte Blätterwerk, ein leichter Wind kommt auf und die Bäume werfen Schatten auf die gemütlichen Wanderwege. „Das ist eindeutig die schönste Ecke am Diemelsee“, sagt Bürgermeister Volker Becker. Und damit noch mehr Wanderer und Radfahrer diese Strecke erleben können - auch wenn sie mit Kinderwagen oder älteren Menschen unterwegs sind - hatten Gemeinde und Kapitän Stefan Koch eine Idee: eine dritte Anlegestelle für die MS Muffert. Bisher hielt das Ausflugsschiff in Heringhausen und im Bootshafen auf westfälischer Seite. Ab sofort können Ausflügler auch am Itterarm des Diemelsees einsteigen. „Manchen Gästen war der Weg von Heringhausen bis zum Bootshafen einfach zu lang“, sagt Mareike Breuker von der Tourist-Information. Über neun Kilometer führt der Fährschiff-Wanderweg H6 bisher am idyllischen Diemelsee-Strand entlang. „Vor allem für Familien oder Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, war das oft zu lang“, sagt Mareike Breuker. Auch Ausflügler, die nur eine kurze Runde drehen wollten, beklagten sich zuweilen über ein fehlendes Angebot. Also reagierten Gemeinde und Kapitän und ermöglichen Besuchern nun auch nach rund 4,5 Kilometern aufs Boot umzusteigen.

Einzige Voraussetzung: Wanderer müssen den Fährmann vorher anrufen. Zwischen 11 und 16 Uhr dreht die MS Muffert jeden Tag ihre Runden über den See, gegen zehn nach erreicht sie die Bedarfshaltestelle am Itterarm. „Ein Anruf sollte mindestens 20 Minuten vorher beim Kapitän eingehen“, erklärt Mareike Breuker. Die Nummer finden Wanderer und Radfahrer auf dem neuen Schild am Uferrand. Ihr Handy müssen sie aber selbst im Gepäck haben. „Allerdings glaube ich auch nicht, dass die MS Muffert vorbeifährt, wenn Wanderer an der Haltestelle winken“, sagt Bürgermeister Becker. Wer sichergehen will, lässt sich mit dem Schiff zum Itterarm fahren und wandert zurück - oder wählt den Weg über die Handy-Anmeldung. „Empfang gibt es hier im Wald“, erklärt Mareike Breuker.

Und inzwischen gibt es am Ufer auch eine kleine Zuwegung zum Schiff und ein paar Stufen, die beim Einsteigen helfen. Dafür hat die Gemeinde gesorgt und 1000 Euro investiert.

Von Theresa Demski

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