Staatssekretärin Dr. Zsuzsa Breier informiert sich über Tourismusprojekte im Upland

„Europa ist auch in Willingen“

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Informationsgespräch und Rundgang im Besucherzentrum: Unser Bild zeigt von links nach rechts Gemeindevertreterin Dagmar Kappelhoff, den Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Detlef Ückert, den Leiter der Tourist-Information, Ernst Kesper, die Staatssekretä

Willingen - „Europa ist nicht nur in Brüssel, sondern auch in Willingen“: Dort informierte sich Europastaatssekretärin Dr. Zsuzsa Breier gestern über den von der Europäischen Union unterstützten und 2009 fertiggestellten Umbau des Besucherzentrums

Großer Bahnhof für die aus Ungarn stammende Staatssekretärin im hessischen Ministerium der Justiz, für Integration und Europaangelegenheiten: Bürgermeister Thomas Trachte begrüßte Landrat Dr. Reinhard Kubat, Landtagsabgeordneten Armin Schwarz, die Upländer Beigeordneten sowie zahlreiche Gemeindevertreter zum Gedankenaustausch mit Dr. Zsuzsa Breier.

Der Gast aus Wiesbaden wollte sich vor Ort ein Bild von der Verwendung der EU-Mittel machen. Wie Bürgermeister Thomas Trachte erläuterte, bemüht sich die Uplandgemeinde seit 1998 intensiv darum, die Marketing-Organisation zu verbessern sowie Service, Qualität und Gästebetreuung zu verstärken, um sich von den Mitbewerbern abzugrenzen. „Wir haben viel Kraft investiert, um uns am Markt so behaupten“, so der Willinger Verwaltungschef. Internationale Konkurrenz

Er wies darauf hin, dass Willingen sich nicht in Konkurrenz zu den benachbarten westfälischen Städten und Gemeinden sieht, sondern mit bedeutenden europäischen Destinationen und internationalen Hotelketten um die Gunst der Gäste wetteifert. „Wir stellen uns dieser Herausforderung.“ Trachte verdeutlichte, dass die waldeckische Tourismus-Hochburg mit rund 300?000 Gästen und 1,2 Millionen Übernachtungen jährlich hessenweit mit an der Spitze liegt. In der Gemeinde Willingen?(Upland) stehen rund 8000 Gästebetten zur Verfügung, in ganz Nordhessen sind es 50?000. Leistungsträger „Wir sind ein touristisch bedeutender Leistungsträger“, betonte das Gemeindeoberhaupt.

Trachte machte kein Hehl daraus: „Wir haben dem Land Hessen viel zu verdanken.“ Denn ohne die im Lauf der letzten Jahrzehnte immer wieder gewährten Fördermittel hätte die Gemeinde viele Projekte nicht stemmen können. Die Staatssekretärin würdige das Besucherzentrum als beispielgebendes Projekt, das zu einer sinnvollen und nachhaltigen Entwicklung der Strukturen beiträgt.

Am Umbau und der Erweiterung beteiligte sich die Europäische Union mit einer Beihilfe in Höhe von gut einer Million Euro. Weitere 522 000 Euro kamen aus der Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsförderung (GRW). Die Kommune hatte gut 1,5 Millionen Euro zu schultern. Touristisches Zentrum Bei einem Rundgang stellten Bürgermeister Thomas Trachte und Tourismusmanager Ernst Kesper der Staatssekretärin das Besucherzentrum vor, das ein zentraler Anlauf- und Informationspunkt für die Gäste ist mit seinen Veranstaltungs- und Konferenzsälen, der Tourist-Information, zwei Kinos, der Gastronomie, dem benachbarten Lagunen-Erlebnisbad und der Eissporthalle.

Das touristische Zentrum bietet Platz für große Tagungen und Events, dient beim Skispringen als Presse- und beim Bikefestival als Messezentrum. Als weiteres wichtiges Vorhaben der Gemeinde nannte der Verwaltungschef eine Initiative zugunsten der zahlreichen touristischen Kleinbetriebe.

Um ihr Überleben zu sichern und sie zukunftsfähig aufzustellen, kommt es aus seiner Sicht darauf an, die Kräfte zu bündeln und speziell in den Bereichen Vermarktung, Innovation und Qualitätsmanagement zusammenzuarbeiten. Förderung lebenswichtig Trachte appellierte an Land und Europäische Union, die ländlichen Regionen, die unter demografischem Wandel und Strukturschwäche besonders leiden, weiterhin zu unterstützen. „Die Förderung ist für uns lebenswichtig“ – ein Punkt, den auch Landrat Dr. Kubat unterstrich.

Die Staatssekretärin nutzte das Gespräch mit den Kommunalpolitikern zur Werbung für den europäischen Gedanken. „Es muss allen klar sein, dass wir von Europa profitieren und es ist wichtig, dass wir eine Brücke zwischen Hessen, das zu den leistungsfähigsten Regionen in Europa gehört, und Brüssel haben.“ Besuch in Löhlbach Bereits zuvor hatte die Staatssekretärin den Hainaer Ortsteil Löhlbach besucht. Hier stand vor allem der Umbau der ehemaligen Schule zu einem Dorfzentrum im Mittelpunkt des Interesses. Über das europäische Leader-Programm waren hierfür 150?000 Euro Fördermittel nach Löhlbach geflossen. Den größten Teil der Umbaukosten in Höhe von 1,05 Millionen Euro trug die Kommune. (bk)

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