Korbach:

„Euthanasie“-Ausstellung bringt Schicksale ans Licht

- Korbach. Die Ausstellung zur „Euthanasie“ unter der Nazi-Diktatur ist ein herausragendes Stück heimischer Geschichtsforschung. Und sie schlägt laufend neue Kapitel auf, die Opfern ein Gesicht geben.

Jugendliche setzen sich mitten in der Sonderausstellung auf den Boden, lassen die Exponate und Bilder schweigend auf sich wirken. Erwachsene erleben tief berührt die Schicksale von Menschen, deren Leben und Leiden beschrieben wird. Inzwischen hat das Museum eine Liste von 514 Menschen zusammengetragen, die durch den „Euthanasie“-Befehl der Nazi-Diktatur unter Adolf Hitler während des Zweiten Weltkriegs umgebracht wurden – und einen Bezug zu Waldeck-Frankenberg haben. Es geht um Menschen mit körperlichen oder seelischen Behinderungen, die etwa in der Psychiatrie in Haina untergebracht waren oder aus dem Landkreis stammten. Gemeinsam war ihnen ein grausames Schicksal: Sie wurden als „unwertes Leben“ über Zwischenanstalten und „Landesheilanstalten“ mit grauen Bussen in eine Tötungsmaschinerie befohlen.Eine von sechs zentralen Mordanstalten im damaligen Deutschen Reich war Hadamar bei Limburg – heute eine Gedenkstätte. Über den Leiter der Gedenkstätte, den Historiker Georg Lilienthal, hat eine Arbeitsgruppe aus dem Landkreis in über zwei Jahren akribischer Arbeit die Namen von 513 Menschen ermittelt. Bei 17 von ihnen war es möglich, in der Ausstellung die persönliche Lebensgeschichte näher zu beleuchten. Den Impuls dazu gab Dr. Wolfgang Werner, Chef des Lebenshilfewerks Waldeck-Frankenberg.

Mehr in der Zeitungsausgabe vom 27. Januar.

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