Korbach: Reaktionen aus den Rathausparteien auf das Wahlergebnis

Fairen Umgang weiter suchen

Korbach - „Klaus Friedrich war unser gemeinsamer Kandidat, wir haben ihn gemeinsam gekürt. Dieses Ergebnis zeigt: mit Recht.“ Für CDU-Fraktionschef Heinz Merl steht an diesem Wahlabend außer Frage, dass sich die Kooperation mit den Freien Wählern bei der Kandidatenauswahl wieder als richtig erwiesen hat.

Nach einem „relativ ruhigen Wahlkampf“ habe er jedoch mit einem weniger deutlichen Ergebnis gerechnet. Schließlich sei mit Martin Dörflinger „ein wesentlich stärkerer Kandidat als vor sechs Jahren“ angetreten.

„Ein eindeutiges Ergebnis, das erneut zeigt, dass ein Bürgermeister im Amt nur schwer zu besiegen ist“, konstatiert SPD-Parteivorsitzende Gudrun Limperg. Martin Dörflinger habe einen fairen und sehr engagierten Wahlkampf geführt. „Deshalb habe ich mit einem besseren Ergebnis gerechnet“, so die SPD-Chefin. Sie hoffe nun, dass in der Stadtpolitik dieser faire Umgang miteinander weiter gesucht werde, um „Korbach gemeinsam voranzubringen.“

„Klaus Friedrich hat nichts verkehrt gemacht“, begründete FWG-Fraktionsvorsitzender Kai Schumacher die „ganz deutliche Entscheidung“. So wie die Wählerinnen und Wähler vor zwei Jahren einen Landrat Friedrich nicht haben wollten, „so klar haben sie sich jetzt für den Bürgermeister Friedrich ausgesprochen“, interpretiert Schumacher das Ergebnis. Auch aus seiner Sicht sei mit Dörflinger ein wesentlich stärkerer Gegenkandidat als 2006 angetreten.

„Dieses Ergebnis haben beide nicht verdient“, urteilte Grünen-Fraktionschef Daniel May. Durchaus selbstkritisch müssten die Grünen nun analysieren, warum es im Wahlkampf nicht gelungen sei, Friedrichs Fehler deutlich zu machen, etwa am Beispiel der Pannenserie im Hallenbad. „Wir sind gespannt, ob er künftig nur noch repräsentiert“, sagte May. Er kritisierte vor allem, dass Friedrich seine Position als Rathauschef im Wahlkampf „gnadenlos ausgenutzt habe“.

FDP-Fraktionschef Arno Wiegand und Parteichefin Rosemarie Rube haben nicht erwartet, dass Friedrich gegen „eine anerkannte Persönlichkeit“ mit diesem deutlichen Abstand gewinnt. Aus Sicht des Liberalen sei dafür die Arbeit des Bürgermeisters in den vergangenen zwölf Jahren ausschlaggebend gewesen.

Den Republikaner-Stadtverordneten Hans-Georg Münch hat „der klare Sieg“ nicht überrascht. Für den „inhaltlich dünnen Wahlkampf“ hat er eine Erklärung parat: „Der Amtsinhaber hat nicht viel geleistet, also kann man ihm auch wenig vorwerfen.“

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Das Wahlergebnis:

Martin Dörflinger (SPD) Klaus Friedrich (parteilos)
Wahlbezirk Stimmen Prozent Stimmen Prozent ungültig
Korbach 1945 33,26 3902 66,74 0
Alleringhausen 7 19,44 29 80,56 0
Eppe 30 10,31 261 89,69 0
Goldhausen 48 29,45 115 70,55 0
Helmscheid 20 20 80 80 0
Hillershausen 14 11,67 106 88,33 0
Lelbach 95 35,71 171 64,29 0
Lengefeld 57 23,95 181 76,05 0
Meineringhausen 101 23,06 337 76,94 0
Nieder-Ense 33 26,4 92 73,6 0
Nieder-Schleidern 15 21,74 54 78,26 0
Nordenbeck 19 19 81 81 0
Ober-Ense 18 18,75 78 81,25 0
Rhena 63 29,44 151 70,56 0
Strothe 29 24,17 81 75,83 0
Briefwahl 649 32,66 1338 67,34 0
Endergebnis 3143 30,78 7067 69,22 0

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