Drachenfestival begeistert Jung und Alt · Süßigkeiten regnen vom Himmel

Farbenfrohe Unterhaltung in der Luft

Willingen - Zahlreiche Objekte unterschiedlichster Bauart ließen das Herz junger und alter Drachenfreunde höher schlagen beim Festival in Willingen.

„Wir wollen dem Publikum die volle Bandbreite des Drachensteigens bieten“, erklärte Markus Münstermann, einer der Organisatoren des dritten Drachenfestivals am Wochenende. Ein Ziel, das erfüllt wurde: Von normal großen Drachen bis zu 20 Meter großen Motivdrachen, von Raritäten, die die Besucher sich ganz aus der Nähe anschauen konnten, bis zu eindrucksvollen Shows am Himmel gab es ein vielfältiges Programm.

Um ein ausgeglichenes und attraktives Programm auf die Beine zu stellen, mussten die Organisatoren sorgfältig planen: „Wir laden die Drachenbesitzer ganz gezielt ein, um von allem etwas bieten zu können“, erklärte der Paderborner Münstermann. So kamen Gäste unter anderem aus den Niederlanden, Sankt Peter-Ording, Kassel oder dem Saarland nach Willingen, um ihre Drachen zu präsentieren. Im Gepäck hatten sie über 500 Stück. „Als Drachenflieger lassen wir wirklich ungern etwas zu Hause“, wusste Münstermann zu berichten.

Die Wiese am Fuß des Ettelsberges sei ein schöner Ort, um Drachen steigen zu lassen, auch wenn das nicht immer einfach sei: „Das Gelände kann schwierig sein und auch der Wind ist wechselhaft“, berichtet der Co-Organisator. Auch Moderator Karl-Ulrich Körtel vom Drachenclub Waldhessen merkt an, dass das Wetter in Willingen nicht immer mitspiele. „Dieses Jahr ist der Wind aber da, er ist bloß etwas unstetig. Und das Beste: Wir brauchen keinen Glühwein“, spielte er auf kühlere Temperaturen in den vergangenen Jahren an.

Für das leibliche Wohl wurde an zahlreichen Ständen gesorgt. Kinderunterhaltung boten eine Hüpfburg, ein kleines Fahrgeschäft und die Tiershow des nebenan gastierenden Zirkus Trumpf-Funtastic.

Zum Vergnügen der Kinder wurden auch Drachen eingesetzt, die Süßigkeiten verteilten: Kleine Behälter voller Leckerlis und Fallschirm-Teddybären wurden an einem Drachen hochgezogen und aus der Höhe über den Kleinen ausgeschüttet. Für die Erwachsenen wurde dieses Spiel mit einem rohen Ei variiert - es zu fangen und so einen kleinen Geldpreis zu gewinnen lockte viele Gäste, erwies sich jedoch als schwierige Aufgabe.

Neben den kilometerweit erkennbaren Großdrachen - etwa in Form bekannter Figuren wie Käpt´n Blaubär oder Hein Blöd - waren japanische Rokkaku-Kampfdrachen und die Ausstellungen Höhepunkte des Festivals: Eine Reihe von Kastendrachen und eine Sammlung historischer Drachen waren am Rande des Geländes platziert, damit den Besuchern auch bei Windstille etwas geboten werden konnte.

Die historische Sammlung gehört Christian Kolz aus Hamburg und ist mit 30 Roloplan-Steiff-Drachen die größte ihrer Art. Aus dem Jahr 1925 stammte der Älteste, den Kolz am Wochenende steigen ließ: „Viele lassen so eine Rarität lieber am Boden. Aber der 96 Jahre alte Herr, der mir den Drachen überlassen hat, bestand darauf, dass ich ihn weiter aufsteigen lasse.“ Nachbauten anderer geschichtsträchtiger Modelle, wie etwa der zur Abwehr von Kamikaze-Fliegern eingesetzte Sauls-Drachen rundeten das vielfältige Angebot ab.

Kommentare