700 Jahre Geschichte: Nieder-Schleidern feiert Dorfgeburtstag vom 22. bis 23. Juni

Feiern rund um die neue Mitte

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Korbach-Niederschleidern - „Man trifft sich!“ ist das Motto: Für die 700-JahrFeier im Juni hat Nieder-Schleidern ein buntes Programm mit Musik, Tanz und Festmeile auf die Beine gestellt.

1313 taucht der Name Nieder-Schleidern zum ersten Mal in einer Urkunde auf (siehe Hintergrund). 700 Jahre Ortsgeschichte wollen die rund 170 Einwohner des Korbacher Stadtteils deshalb mit ihren Gästen in diesem Jahr groß feiern.

Die ersten Programmpunkte für die Festtage vom 22. bis 23. Juni stehen schon fest – wobei es noch viele weitere Überraschungen geben soll, wie Ortsvorsteher Helmut Jäger-Keuling und Claudia Hütter-Schlichtherle ankündigten.

Lange Festmeile

Ein Festausschuss hat die Feierlichkeiten in den vergangenen Monaten geplant. Ein Sternmarsch von den umliegenden Orten zum Festplatz in der neuen Dorfmitte Nieder-Schleiderns wird am Samstagnachmittag den Auftakt machen. Offiziell wird das Jubiläum am Abend mit der Einweihung des neuen Dorfplatzes zwischen evangelischer Kirche und Dorfgemeinschaftshaus sowie der „Taufe“ der neuen Grenzland-Kelterei eröffnet.

Darauf folgen Tanz und Stimmung „unter‘m Apfelbaum“, die Schlossberg-Rebellen aus dem benachbarten Sauerland werden dazu aufspielen.

Mit einem ökumenischen Gottesdienst auf dem neuen Dorfplatz soll der Festsonntag beginnen. Im Mittelpunkt steht an diesem Tag die Festmeile „Treff Nieder-Schleidern“, die sich mit vielen Attraktionen, Sehenswürdigkeiten und Unterhaltung für Jung und Alt sowie kulinarischen Genüssen durch das Dorf zieht.

Nachmittags steht ein Kinderkonzert auf dem Programm, das „Herr Müller und seine Gitarre“ plus Band bestreiten werden. Die Veranstalter versprechen „großen Unterhaltungswert und Mitmach-Garantie“. Zum Abschluss gibt es abends Musik für die Großen: „Beatles and more“, heißt es mit Mark und Rolf Freier.

Hintergrund

Wären unsere Vorfahren etwas genauer gewesen, hätte Nieder-Schleidern in diesem Jahr womöglich schon die 770-Jahr-Feier begehen können: In einer Urkunde von 1243 wird ein Conradus de Scledere erwähnt. Ob Nieder-Schleidern oder der heute westfälische Nachbarort Oberschledorn gemeint war, das lässt sich allerdings nur vermuten. Auch in späteren Urkunden fehlt eine zweifelsfreie Bestimmung. Erst 1313 ist von Gütern in „inferiori Sleden“ die Rede – im unteren, niedrigen „Sleden“.

Also feiern die Nieder-Schleiderner in diesem Jahr, dass ihr Ort vor 700 Jahren das erste Mal urkundlich erwähnt wurde. Woher der Ortsname „Schleidern“ rührt, ist ebenfalls nicht eindeutig zu klären: War es ursprünglich der Ort an den Schlehenbüschen oder auch bei den Pflaumenbäumen? Im mittelhochdeutschen Sprachgebrauch war der „sledorn“ der Pflaumenbaum.

Eng verwandt damit ist übrigens „Sliwowitz“, die Bezeichnung für einen beliebten slawischen Pflaumenbrand. Dass sich die Namen der beiden Nachbarorte über die Jahrhunderte auseinanderentwickelten, hat möglicherweise seinen Grund im Streit um die Grafschaft Düdinghausen, der erst 1663 nach einer Schlichtung vor dem Reichskammergericht mit einer neuen Grenzziehung beendet wurde: Waldeck behielt Nieder-Schleidern, Oberschledorn fiel an Kurköln.(lb) Quelle: Ortssippenbuch Nieder-Schleidern)

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