Malayische Frauen fordern: „Steht auf für die Gerechtigkeit“

Feiern am Weltgebetstag

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Korbach - Jedes Jahr am ersten Freitag im März findet der Weltgebetstag statt. Kirchlich engagierte Frauen aus einem Land erarbeiten einen Gottesdienst, der weltweit gefeiert wird. Am 2. März geben Frauen aus Malaysia das Thema vor: „Steht auf für Gerechtigkeit!“

Frauen aus Malaysia haben sich in einer ökumenischen Arbeitsgruppe mit biblischen Texten auseinandergesetzt und sie mit ihrer Lebenssituation ins Gespräch gebracht. Alle, die sich in der Basisbewegung des Weltgebetstages engagieren, sind immer wieder erstaunt, wie bereichernd und informativ eine Beschäftigung mit dem jeweiligen Weltgebetstagsland sein kann.

Das gilt auch für Malaysia: Das Land wird als „Vielvölkerstaat unter dem Halbmond“ bezeichnet. Es gibt malaiische Bevölkerungsgruppen (54 Prozent), chinesische (25 Prozent), südasiatische (7 bis 8 Prozent) sowie indigene Völker (11 Prozent) und zwei bis drei Prozent andere Ethnien. Gleichzeitig leben rund drei Millionen Arbeitsmigranten in Malaysia – der Hauptanteil sind Frauen, viele ohne gültige Papiere.

Entsprechend vielfältig sind auch die religiösen Gruppierungen: Staatsreligion ist der Islam (60 Prozent – wer als Malaie geboren wird, ist automatisch Moslem), über 19 Prozent gehören zum Buddhismus, sechs Prozent zum Hinduismus, 2,6 Prozent sind Angehörige chinesischer Religionen und die verschiedenen christlichen Kirchen liegen bei einem Bevölkerungsanteil von neun Prozent (davon sind drei Prozent römisch-katholisch). Die vielfältigen religiösen Gruppen leben in einer friedlichen und toleranten Atmosphäre miteinander. Doch während es früher zu den unterschiedlichen religiösen Festen häufig multikulturelle und multireligiöse Begegnungen gab, entwickeln sich derzeit zunehmend konservative Tendenzen, die eine stärkere Abgrenzung fordern und praktizieren.

Mit den Frauen aus Malaysia werden am 2. März Menschen in der ganzen Welt für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung eintreten. Sie werden in Tausenden von Gottesdiensten dafür beten und singen.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Samstag, 25. Februar.

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