Informatives und kulinarisches Angebot in Nieder-Schleidern ∙ Kelteranlage in Betrieb genommen

Ein Fest für in der Heimat gereifte Äpfel

Korbach-Niederschleidern - Am Samstag wurde die Inbetriebnahme der Apfel-Kelteranlage in Nieder-Schleidern mit einem Tag rund ums Obst gefeiert.

Ganz im Zeichen des Apfels stand der Samstag in Nieder-Schleidern: Nachdem die Apfel-Kelteranlage am Freitag in Betrieb genommen worden war, feierte der Verein „Grenzland Kelterei“ am Tag darauf ein großes Apfelfest. „Es gab Interesse daran, 400 Zentner Äpfel zu pressen, der Andrang war nicht beherrschbar“, erklärte der Vereinsvorsitzende Reinold König. Für die ersten Tage beschränkte sich das Keltern deshalb auf die Äpfel der Mitglieder aus Nieder-Schleidern. Drei Tonnen Äpfel wurden gepresst, der entstandene Apfelsaft war nur eine der Attraktionen rund um das beliebteste Obst Deutschlands. 22 verschiedene Apfelkuchen, Apfelwein und -korn sowie „Schleide“ genannter warmer Apfelsaft mit Amaretto – Freunde der runden Frucht kamen voll auf ihre Kosten. Weitere Speisen und Getränke ohne Apfel sorgten dafür, dass niemand des Obstes des Tages überdrüssig werden musste. Die Auseinandersetzung mit dem Apfel blieb nicht nur kulinarisch: Ein Apfel-Quiz sorgte für Ratespaß und glückliche Gewinner und der Twister Pomologe Robert Jäger klärte über verschiedene Apfelsorten auf. „Für mich ist der schönste Apfel derjenige, der hier in der Sonne gereift ist“, stellte der Apfelkundige fest und kritisierte den Import unreifer Früchte per Flugzeug. Der über den Naturschutz zur Apfelkunde gestoßene Twister setzt sich besonders für bedrohte Lokalsorten wie die Korbacher Edelrenette ein. Interessierte konnten Jäger Äpfel aus ihrem Garten bringen, um sich von ihm die Sorte bestimmen zu lassen. Auch Tipps darüber, welche Arten im hiesigen Klima gut gedeihen, verteilte der Pomologe: „Manche Leute wundern sich, wenn ‚Golden Delicious‘ im heimischen Garten winzig klein sind“, erläuterte er und empfahl Prinzenapfel und Westfälischen Gülderling – einen zur Grenzregion der Freigrafschaft Düdinghausen passenden Apfel, wie Jäger schmunzelnd erklärte. Grenzübergreifend sind auch die Mitglieder des Vereins: Für Äpfel aus Alleringhausen, Welleringhausen und den Freigrafschaftsdörfern Eppe, Hillershausen, Oberschledorn, Düdinghausen und Referinghausen wird es noch eigene Presstage geben. „Sich über Dorf- und Landesgrenzen hinweg zu treffen, ist eines unser wichtigsten Ziele“, erklärte Reinold König. Auch das abschließende Kartoffelbraten um 15 Uhr fand im Rahmen des Freigrafschaftsjahres statt. Das Programm des Apfelfestes wurde durch zwei Krankheitsfälle eingeschränkt: Sowohl der Auftritt des Projektchors „Nieder-Schleidern – das Apfeldorf“ als auch die Erklärungen von Gartenbaumeister Erich Seuthe zum Erziehungsschnitt von Apfelbäumen werden auf den folgenden Presstagen nachgeholt.Erfreulicher ist die hohe Resonanz bei Kindergärten und Schulen. „Zur Eröffnung hatten wir den Kindergarten aus Hillershausen zu Besuch, weitere Kindergärten und Schulen wollen folgen“, verkündete Reinold König. Zusammen mit dem Pomologen Robert Jäger wolle der Verein sich auch in die Schulen begeben, um sein wichtigstes Ziel zu verwirklichen: „Dem Apfel wieder zu alten Ehren verhelfen.“

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