Landkreis und Hansestadt empfangen pommersche Gäste beim 28. Patenschaftstreffen

Festabend für die Pyritzer

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Festabend beim Pyritzer Heimattreffen: Kreisbeigeordneter Hubert Thorwirth, Stadtrat Günther Trachte mit Ehefrau Roswitha, Brigitte und Ekkehart Wendorff (Pyritzer Heimatkreis) und Günter Krause vom Bund der Vertriebenen. Viel Applaus gab es für die „Singenden Frauen Korbach“.Fotos: Kleine

Korbach - Seit 55 Jahren besteht die Patenschaft zwischen Korbach und vertriebenen deutschen Familien aus Pyritz. Zum 28. Heimattreffen der Pyritzer gab es einen Festabend im Bürgerhaus.

Weit über 1000 ehemalige Pyritzer kamen in den 1960er-Jahren zu den regelmäßigen Heimattreffen in Korbach. Die Gäste aus ganz Deutschland und darüber hinaus fanden private Unterkünfte, viele Freundschaften entwickelten sich zwischen den pommerschen Vertriebenen und den Korbachern.

Landkreis und Hansestadt sitzen dabei in einem Boot: Der damalige Landkreis Waldeck besiegelte 1960 eine Patenschaft mit den Vertriebenen aus dem pommerschen Weizackerkreis, die Kreisstadt Korbach wiederum übernahm die Patenschaft für Familien aus der früher deutschen Kreisstadt Pyritz - die seit 1945 zu Polen gehört.

Auch wenn die Heimattreffen heute weniger staatstragend sind und weit weniger „Patenkinder“ nach Korbach kommen, haben die freundschaftlichen Bindungen auch nach 55 Jahren weiterhin Bestand.

Für Stadtrat Günther Trachte hat das einen gewichtigen Grund: „Ich habe festgestellt, dass die Pyritzer aus ähnlichem Holz geschnitzt sind wie wir Waldecker“, erklärte Trachte am Samstagabend als Festredner im Korbacher Bürgerhaus.

Trachte erinnerte an viele Begegnungen, in die ab 1989 eine entscheidende Wendung kam: Die politische Öffnung in Osteuropa ermöglichte, auch zum polnischen Pyritz (Pyrzyce) eine Brücke zu bauen. Damals wurde der Grundstein gelegt für die internationale Städtepartnerschaft zwischen Korbach und Pyritz seit 1998.

Für den Landkreis Waldeck-Frankenberg begrüßte Kreisbeigeordneter Hubert Thorwirth am Samstag die rund 40 Gäste beim Heimattreffen. „Ihre Geschichte ist nach wie vor von großem Interesse“, verwies Thorwirth (FWG) auf die aktuelle politische Entwicklung in der Ukraine und weltweite Flüchtlingsschicksale.

Im Namen des Bundes der Vertriebenen (BdV) Waldeck-Frankenberg, hieß Günter Krause die Pyritzer willkommen.

Für den herzlichen Empfang in Korbach dankte Ekkehart Wendorff: „Das hat mich wirklich sehr berührt“, sagte der Vorsitzende des Pyritzer Heimatkreises.

Mit von der Partie waren beim Festabend im Bürgerhaus auch Dr. Hartmut Wecker und Petra Frömel für den Landkreis sowie die Kreistagsabgeordnete Annegret Schultze-Ueberhorst (FDP). Für die Stadt Korbach begleiteten Hauptamtschef Karl-Helmut Tepel und Ann-Kathrin Kleine das Heimattreffen.

Mit Musik und Tanz gestalteten Karl-Heinz Nolte am Akkordeon und die „Singenden Frauen Korbach“ den Festabend der Pyritzer.

Von Jörg Kleine

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