Frühstück und Freibier für Fürstenberger: Montag ab 10 Uhr „Traditionstag“ in der Igelstadt-Halle

Festzug erinnert an echte Igel-Leistung

Lichtenfels-Fürstenberg - Das Igelfest hat diesmal noch einen Grund zum Feiern geboten: Die Fürstenberger Ehrengarde begeht in diesem Jahr ihren 25. Geburtstag.

„Wir haben lange gesucht, aber keinen gefunden“, sagt Benedict Buckert etwas enttäuscht: Der Hauptdarsteller des Igelfestes ist diesmal ausgestopft. Gemeinsam mit Lena Mitze und Marlen Schäfer trägt Benedict das präparierte Stacheltier an einer goldenen Kette an der Spitze des Festzuges durch den Ort. Die noch lebenden Artgenossen haben offenbar pünktlich vor dem Igelfest einen großen Bogen um das Städtchen gemacht. Dabei werden die Tiere nach kurzem Ruhm beim Festzug schnell wieder in die Freiheit entlassen. Schließlich hat sich ein Igel einst als Lebensretter erwiesen: Er soll den Grafen Heinrich von Waldeck in Fürstenberger Gemarkung vor einem Sturz in den Abgrund bewahrt haben, als dessen Pferd vor dem stacheligen Gesellen scheute. Bis heute wird deshalb in der Woche vor Pfingsten in Fürstenberg das Igelfest gefeiert. Unter Leitung von Hauptmann Hubert Windolph marschierte gestern der Festzug aus Igelburschen, Ehrengarde, Igelkindern und Gästen nach einem gemeinsamen Gottesdienst durch den Ort. Musikalische Unterstützung kam dabei vom Buchenberger Musikverein. Hauptmann Windolph verlas im Anschluss die Igelsage. Einen Schluck aus dem mit Schnaps gefüllten silbernen Becher, 1790 vom Fürstenhaus gespendet, gab es danach unter anderem für Ortsvorsteher Herbert Knipp, Pfarrer Klaus Nobiling und den ehemaligen Lichtenfelser Bürgermeister Wolfgang Wennemuth. Mit dem Hüteschießen ging es weiter. Auch hier spielt der Igel eine Rolle. Werner und Ursula Iske haben ihn auf einer Holzplatte aufgemalt. Darunter befindet sich eine weiße Linie, die der Schütze mit dem Projektil aus dem Luftgewehr treffen muss, bis der Igel herunterfällt. Auftakt des Igelfestes war bereits am Samstag mit einem Tanzabend in der Igelstadt-Halle mit der Band „WAM“ und DJ Phox. Auch gestern Abend gab es wieder Musik und Tanz mit der Band „Cactas“. Der heutige Montag wird als „Traditionstag“ begangen: Das eigentliche Igelfest wurde bis vor einigen Jahren immer montags gefeiert. Ab zehn Uhr gibt es für alle Fürstenberger Frühstück und Freibier in der Igelstadt-Halle. Dort wird auch der Ehrenpreis des Fürstenberger Ortsbeirats für besondere Verdienste zum Wohle der Igelstadt an Herbert Hasecke verliehen. Er war viele Jahre im Heimat- und im Sportverein engagiert, saß zehn Jahre im Magistrat und war 55 Jahre aktiver Sänger im Männergesangverein Liedertafel Fürstenberg. Gemütlich lassen die Fürstenberger dann das Fest in der Halle ausklingen. (lb)

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