Nach Tal der Tränen hat Stadt Korbach wieder schwarze Zahlen in Sicht

Finanziell wie Phönix aus der Asche

+

Korbach - Der Jahresabschluss 2011 gibt viel Mut zur Hoffnung: Korbachs Finanzlage ist 4,4 Millionen Euro besser als erwartet. Damit ist die Kreisstadt vergleichbaren anderen Kommunen weit voraus.

Noch 2007 meldete die Kreisstadt satte Gewerbesteuereinnahmen von rund 14 Millionen Euro. Da lag viel Geld auf der hohen Kante. Doch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise schickte ab 2008 auch das solide wirtschaftende Korbach ins Tal der Tränen. Die Folge waren Verluste: 4,8 Millionen Euro Defizit 2009, rund 7 Millionen Euro 2010, erwartete 6,6 Millionen Euro 2011 – und 5,7 Millionen Euro für 2012.

Mit dem vorläufigen Jahresabschluss ?2011 sind diese Werte zur Makulatur geworden. Bürgermeister Klaus Friedrich, Stadtkämmerer Ralf Buchloh und Finanzexpertin Birgit Handt präsentierten am Mittwoch im Finanzausschuss des Parlaments deutliche Verbesserungen. Statt 6,6 Millionen Euro lag das Defizit Ende 2011 nur bei 2,2 Millionen Euro. Hintergrund sind vor allem höhere Erträge bei Einkommensteuer (knapp 400?000 Euro mehr) und Gewerbesteuer (plus 3,4 Millionen Euro). Auch die Personalkosten lagen leicht unter den Planungen, dagegen musste die Kreisstadt fast zwei Millionen Euro mehr an Kreis- und Schulumlage ins Landratsamt überweisen. Dies ist eine Folge der höheren Ertragskraft der Stadt.

Stadtväter und -mütter dürfen tief durchatmen, denn das vom Parlament im Herbst 2010 beschlossene Sparpaket (Konsolidierungskonzept) trägt weiter Früchte. „Erstes Etappenziel erreicht“, resümierte deshalb Birgit Handt. Denn der Finanzfluss („Cash-Flow“) zeigt für 2011 bereits einen kleinen Überschuss von 132?000 Euro – während im Haushaltsplan noch ein Minus von 6,4 Millionen Euro befürchtet wurde. Mittelfristig hatte die Stadt erst 2014 einen ausgeglichenen Finanzfluss erwartet. Im Klartext: Der laufende Betrieb der Stadt verlief erstmals seit 2008 wieder finanziell ausgeglichen. Das Stadtsäckel war immer flüssig, das „Girokonto“ (Kassenkredite) musste nicht überzogen werden.

Ziel weit früher erreicht Mit dem Jahresergebnis 2011 rückt damit auch das zweite Etappenziel des Korbacher Sparpakets früher in Sichtweite: 2016 sollte die Gewinn- und Verlustrechnung erstmals wieder ausgeglichen sein. Dies wird die Kreisstadt womöglich schon im kommenden Jahr erreichen. Entscheidend dafür ist die Konjunktur, besonders auch die Entwicklung beim größten Arbeitgeber Continental, der seit 2007 wegen hoher Verlustabschreibungen keine Gewerbesteuern zahlte (wir berichteten). Zudem „packen uns EU, Bund und Land immer mehr Steine in den Rucksack“, sagte Friedrich auf WLZ-Nachfrage mit Hinweis auf steigende Belastungen der Städte und Gemeinden.

Kommentare