Neukirchen

„Firma bauen wir wieder auf“

- Lichtenfels-Neukirchen (den). Am Tag drei nach dem Brand in einer Schreinerei in Neukirchen ist die Ursache weiterhin unklar. Sicher ist sich Familie Friedewald aber in einem: „Wir bauen unsere Firma wieder auf.“

Der erste Schrecken über das Feuer im Betrieb ist bei Heinz Friedewald bereits verflogen. Am Donnerstag war der Firmenchef unterwegs „in halb Deutschland“, um so schnell wie möglich neue Maschinen zu beschaffen.

„Wir verlagern unsere Produktion vorerst in die alten Wilkehallen in Sachsenberg“, berichtet er. „Denn unsere Kunden können wir nicht hängen lassen; die warten auf uns.“ Die Kunden, das sind Hersteller von hochwertigen Messern in halb Europa, „wir haben eine sehr, sehr gute Auftragslage“. Ab Montag sollen die Fräsmaschinen deshalb wieder Messerblöcke herstellen. Unerwartete Hilfe kommt von anderen heimischen Unternehmen, zum Beispiel aus Löhlbach. Sie werden Teile der Produktion sicherstellen, bis der Chef mit seinen zwei Mitarbeitern die Arbeit wieder aufnehmen kann.

Den Nachbarn in Neukirchen, die die Feuerwehr alarmierten, rechnet Friedewald ihr Verhalten hoch an: „Wir hätten in unserem etwas abseits gelegenen Haus ja davon nichts mitbekommen.“Die herbeigerufenen Feuerwehren konnten erst nach rund 19 Stunden ihren Einsatz beenden, wie Stadtbrandinspektor Herbert Knipp gegenüber WLZ-FZ berichtete. Brandschützer aus Neukirchen beobachteten den Brandherd die ganze Nacht lang. Eine besondere Herausforderung sei der ans Sägewerk angeschlossene Sägemehlbunker gewesen, sagte Knipp. „Eine Schaufel von dem Zeug brennt zwei Tage lang“, verdeutlichte er die Tragweite des Großbrandes. Um Schlimmeres zu verhindern, öffneten die Feuerbekämpfer „ganz vorsichtig“ eine Luke; zur befürchteten Staubexplosion kam es nicht. „Ich habe selten ein Feuer erlebt, das so abgeht“, lautet Knipps Einschätzung zum Umfang des Brandes, den pro Minute 2500 Liter Wasser aus vier B-Strahlrohren in Schach hielten.

Die Kriminalpolizei untersuchte am Donnerstag den Unglücksort; allerdings ohne konkretes Ergebnis. Die Korbacher Brandermittler schalteten daraufhin Experten des Landeskriminalamtes ein. Sie werden den Ort des Geschehens am Montag noch genauer unter die Lupe nehmen.

Auch Unternehmer Friedewald ist ratlos: „Alle Geräte waren ausgestellt, es war niemand da. In der ganzen Firma konnte keine einzige Lampe brennen. Wir können uns das nicht erklären.“ Glück im Unglück: Firmenunterlagen sind nicht verbrannt, in den Hallen lagerten nur halbfertige Waren. „Bis Mittwoch war ich absolut schachmatt“, gibt er zu. Doch seine Familie, insbesondere seine Ehefrau und seine Mutter, hätten ihm in diesen schwierigen Stunden stets „zur Seite gestanden“.

Die Firma hatte der Vater von Heinz Friedewald gegründet, bei dem abgebrannten Wohnhaus handelt es sich um das Elternhaus, in dem sich „das ganze Leben abgespielt “ hatte. Kurz nach dem Brand sieht Friedewald die Situation bereits wieder positiv: „Wir haben in unserer Familie das Motto: Aufstehen und weiter geht’s.“

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