Verurteilt: 33-Jähriger hat bei Rhena betrunken Unfall verursacht

Flucht nach Promillefahrt

Korbach - Betrunken Unfallflucht begangen: Ein 33-Jähriger ist vor dem Korbacher Amtsgericht zu sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden.

Einsicht sieht anders aus: „Ich sage nix“, erklärte der Angeklagte gleich zu Beginn der Verhandlung - und gähnte demonstrativ. An den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft gegen ihn gab es im Verlauf der Sitzung dann aber nicht viel zu rütteln: Mit mindestens 1,8 Promille im Blut war der 33-jährige aus Göttingen am 1. Januar dieses Jahres auf der Bundesstraße 251 von Willingen in Richtung Korbach unterwegs. Zwischen Bömighausen und Rhena geriet er gegen 17 Uhr mit seinem BMW auf die Gegenfahrbahn und streifte ein entgegenkommendes Auto.

Nur weil dessen Fahrerin schnell reagierte und auswich, verhinderte sie einen Frontalzusammenstoß mit schlimmen Folgen. Die Frau aus dem Hochsauerlandkreis erlitt Prellungen an den Händen und dem Kopf, ihre beiden kleinen Kinder auf dem Rücksitz kamen mit dem Schrecken davon. „Die Frau war total verschreckt, die Kinder am Weinen“, berichtete einer der beiden Polizisten, die zum Unfallort gerufen worden waren. Am Auto der Frau entstand ein Totalschaden in Höhe von 2800 Euro.

Der Göttinger hatte sich indes aus dem Staub gemacht und war bis Rhena weitergefahren, wo der ebenfalls stark beschädigte BMW kurz hinter dem Ortseingang stehen blieb. Ein Anwohner beobachtete, wie der Mann das Auto verließ, in Richtung Dorfmitte flüchtete und später wieder zu seinem Fahrzeug zurückkehrte. Dort griffen ihn die Beamten der Polizeistation Korbach auf. Der offensichtlich ordentlich alkoholisierte 33-Jährige bestritt die Tat, wehrte sich gegen einen Alkoholtest und später auch gegen eine Blutentnahme, die auf richterliche Anordnung dann doch noch vorgenommen wurde. Ergebnis: 1,62 Promille gut zweieinhalb Stunden nach dem Unfall.

„Sie waren eine tickende Zeitbombe“, warf die Staatsanwältin dem Angeklagten vor. Weil der einschlägig vorbestrafte Göttinger sich zunächst nicht geständig zeigte, forderte sie eine Freiheitsstrafe von acht Monaten ohne Bewährung. Erst in seinem Schlusswort zeigte der 33-Jährige einen Anflug von Reue: Es tue ihm leid, aber er könne die Zeit nicht zurückdrehen. Er habe damals in diesem Zustand nicht klar denken können, sagte er.

Sechs Monate auf Bewährung mit einer Bewährungsfrist von vier Jahren, Entzug der Fahrerlaubnis mit einer Sperre von einem Jahr sowie 120 Stunden gemeinnützige Arbeit als Auflage waren schließlich das Ergebnis von Richter Karl-Heinz Kahlhöfer-Köchlings Urteil. Zugunsten des Angeklagten spreche, dass er die Tat immerhin noch zugegeben habe und die letzte einschlägige Vorbelastung nun schon mehr als fünf Jahre zurückliege. (lb)

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