Willingen

FIS fordert Flutlichtanlage bis 2013

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- Willingen (rsm). Der Internationale Skiverband (FIS) setzt dem SC Willingen nun die Pistole auf die Brust: Bis 2013 müssen der Kampfrichterturm an der Mühlenkopfschanze renoviert und das Flutlicht fest installiert werden, sonst droht der Weltcup-Rauswurf. Mit dieser etwas bedrohlich klingenden Meldung eröffnete Vereinspräsident Jürgen Hensel die Hauptversammlung im Tagungsraum von „Göbels Park-Resort“.

Der Vorstand werde alle Hebel in Bewegung setzen, um diese Forderung zu erfüllen, betonte Hensel, denn einige Beispiele hätten gezeigt, „wer einmal aus dem Weltcup-Kalender draußen ist, der kommt auch so schnell nicht wieder hinein“. Es würden auch Gespräche mit dem Deutschen Skiverband geführt. Die anwesenden rund 90 Mitglieder stützen die Pläne der Führungsmannschaft.

Auf eine Frage hat der Vorstand aber noch keine Antwort: Wie sollen diese kostspieligen Bauprojekte finanziert werden? Der Kassenbericht von Schatzmeister Helmut Fistler hat zwar gezeigt, dass es dem Verein finanziell gut geht, aber die dafür benötigten Summen liegen bei Weitem nicht im Club-Tresor. Eine Lösung: Umschalten auf Zuschussbetrieb und die Geldhähne von Bund, Land und Kreis anzapfen. Der Vorstand weiß aus Erfahrung, welche taktischen Wege er gehen muss, um öffentliche Kassen zu öffnen. „Der Bund ist dafür oft der Schlüssel. Wenn wir es schaffen, für diese Baumaß-nahmen Gelder vom Bund locker zu machen, dann stehen unsere Chancen sehr gut, dass wir auch vom Land, Kreis und Kommune finanziell unterstützt werden“, sagte Hensel nach der Versammlung. Er rechnet auch damit, dass der Verein neue Kredite aufnehmen muss.

Der Vorsitzende weiß zwar grob, wie hoch die Bausumme sein wird, will die Zahl aber öffentlich nicht nennen. Hensel betonte, dass die Forderung der FIS für den SCW nicht plötzlich über Nacht gekommen sei, sondern der Skiweltverband habe den renovierungsbedürftigen Kampfrichterturm und die mobile Flutlichtanlage schon seit einigen Jahren auf seiner Weltcup-Kritikliste für Willingen gehabt. Dass die FIS den Verein mit der Umsetzung bereits bis 2013 unter Zeitdruck setzt, verspürt Hensel nicht. „Wenn wir die Baumaßnahme beantragt haben und die FIS sieht, dass hier etwas passiert, wäre es vermutlich kein Problem, wenn alles erst 2014 fertig würde, aber darauf wollen wir es nicht ankommen lassen.“

Hensel und seinen Vorstandskollegen steht mit dieser Fis-Vorgabe für 2012 wieder ein Verhandlungsmarathon bevor. Vermutlich wird es mehr Termine mit Sponsoren, Banken, Verbänden und andere Treffen geben als in den vergangenen zehn Monaten mit rund 70. Sportliche Höhepunkte in dieser Zeit waren neben dem Weltcup-Skispringen, die deutschen Meisterschaften der Langläufer im Sprint auf der Biathlon-Anlage und der Aufstieg der Senioren-Fußballer unter Trainer Hubertus Albers in die Verbandsliga.

Viel Freude bereiteten auch einige Skiclubsportler den Vereinsmitgliedern in den vergangenen zehn Monaten. Sportwart Volkmar Hirsch stellte bei seinem Rückblick vor allem die Biathletin Nadine Horchler ganz oben an, denn die Ottlarerin schoss und lief sich binnen eines Jahres vom Status kaderlos in die Weltcupmannschaft. Da auch Carolin Hennecke zur erweiterten nationalen Spitze zählt und das SCW-Duo in der vergangenen Woche bei der deutschen Meisterschaft im Sprint Rang drei (Horchler) und sechs belegt hat, prophezeit Hirsch, dass es im kommenden Winter „eine ganz tolle Saison für unsere Mädels werden könnte“. Der Skiclub hat auch wieder eine deutsche Meisterin in seinen Reihen: die Skispringerin Anna Häfele holte den Titel beim Sommerspringen.

Außerdem wuren bei der Hauptversammlung verdiente Sportler und Mitglieder geehr - alle 17 halten dem SCW schon 65 Jahe die Treue.

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