Korbach

Formen am Stadtbild der Zukunft

- Korbach (jk). Schönere Fußgängerzone, Brache am Güterbahnhof beseitigen, Altstadt beleben: Die Stadt markiert Wege für Korbach 2020. Im Rathaus werden am Donnerstag neue Entwürfe dazu öffentlicht präsentiert.

Auf dem Reißbrett von Architekten oder in Diskussionsstuben der Politik klingt vieles einfach: Innenstadt mit Fußgängerzone stärken, dabei die Altstadt nicht vergessen. Schmucke Einzelhandelsgeschäfte sind gefragt, schöne Kaufhäuser als Zugpferde; kleinteilig soll es sein, aber auch größere Flächen für auserwählte Filialisten bieten. Brachflächen erstrahlen architektonisch wertvoll in neuem Glanz, Biergärten locken zum sommerlichen Vergnügen – und alles zusammen bietet zugleich ein nettes Ambiente für schöneres Wohnen. Die Realität ist leider ganz anders. Biergärten will jeder – bis auf Anwohner, die früh und ungestört zu Bett gehen wollen. Parkplätze und Kaufhäuser will auch jeder, nur besser nicht den Verkehr vor der Tür. Schöne Geschäfte sind sowieso zwingend – nur Politik kann Unternehmer weder zwingen noch herbeizaubern. Fazit: Ohne private und rentierliche Investitionen, ohne verfügbare Flächen und realisierbare Planung läuft nichts mit Handel und Wandel. Um die Zerreißprobe zwischen Märkten auf der grünen Wiese und der Einkaufsmeile im Zentrum zu bestehen, legte Korbach 1994 erste Leitlinien für die Stadtentwicklung fest. 2005 folgte die sogenannte „Korbacher Liste“, die aufs Neue zentrenschädlichen Einzelhandel am Stadtrand ausschließt. Marschroute: Bau-, Möbel- und Gartencenter gehören nach außen, Modehäuser bis Apotheken gehören ins Zentrum. Was gehört zum Zentrum? Doch selbst dieser so scheinbar klare Weg ist äußerst steinig: Was genau gehört überhaupt zum Zentrum, und wo fängt die Randlage an? Ist dies für alle Zeiten zementiert oder formbar? Und wie stark kann die Stadt als öffentliche Verwaltung überhaupt Einfluss nehmen auf private Investitionen? So fehlte es in Korbach bislang an einem Mosaik für die Zukunft, das die Ziele der Stadtentwicklung Stein für Stein in den nächsten Jahren festschreibt. Doch das soll künftig anders werden: Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich spricht von „Qualitätsoffensive“ für die Einkaufsstadt Korbach. Konzepte und Untersuchungen dazu werden am Donnerstag, 19 Uhr, in einer öffentlichen Sondersitzung des Parlaments im Rathaus präsentiert. Mehr lesen Sie in der WLZ-Ausgabe vom Donnerstag, 16. September 2010.

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