Joachim Weiser und Dirk Börstinghaus zeigen im Nationalparkzentrum Pilzfotografien und ausgewählte T

Fotos lenken Blick auf das Wesentliche

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Auf Farbe verzichtet und Pilze in Szene gesetzt: Dirk Börstinghaus und Joachim Weiser stellen ihre Bilder und Texte seit gestern im Nationalparkzentrum aus.

Vöhl-Herzhausen - Sie wollen den Blick auf das Wesentliche lenken und verzichten deshalb auf die Farbe in ihren Bildern: Seit gestern zeigen Dirk Börstinghaus und Joachim Weiser ihre Pilzbilder und -texte im Nationalparkzentrum.

Mit der analogen Kamera um den Hals ziehen Dirk Börstinghaus und Joachim Weiser zuweilen durch die Wälder im Oldenburger Land. Wenn sie auf ihren Streifzügen einen Pilz entdecken, dann halten sie drauf. Und das geschieht auf solch kunstvolle Weise, dass am Ende besondere Bilder mit Seltenheitswert entstehen.

Kleine Roller lehnen an den Pilzstielen oder ein kleiner Sonnenstuhl: „Aber die haben wir nicht nachträglich reingebaut, sondern mit besonderer Technik auf das Bild gezaubert“, erklärt Dirk Börstinghaus. Denn ihre Fotos werden im hauseigenen Fotolabor entwickelt. „Und was nicht auf den Negativen ist, das wird auch nicht nachträglich verändert“, erklärt der Hobbyfotograf. Viele Schwarz-Weiß-Bilder sind auf diese Art schon entstanden, und die Farbe vermissen die Künstler in ihren Bildern nie. „Auf unseren Fotos wird der Betrachter nicht abgelenkt“, sagt Joachim Weiser, „und so sieht man Dinge, die auf anderen Bildern untergehen würden“.

Seit gestern Vormittag zeigen die beiden Künstler im Nationalparkzentrum unter dem Titel „Erdenwesen“ eine Auswahl ihrer Pilzbilder. „Es ist die zweite Ausstellung über Pilze in diesem Jahr“, erklärte Nationalparkleiter Manfred Bauer zur Eröffnung, „aber hier erleben wir eine ganz andere Betrachtungsweise als bei den Farbfotos, die bisher zu sehen waren.“

Und zu dieser neuen Betrachtungsweise gehören auch ausgewählte Texte rund um Pilze, die die Fotos ergänzen. „Dadurch bekommt die Ausstellung noch eine ganz andere Tiefe“, befand Bauer. Die Verse haben Dirk Börstinghaus und Joachim Weiser gesammelt und von Peter Thiele in schöne, ungewohnte Form bringen lassen - nicht nur die besondere Schriftart ist ein Hingucker, sondern auch Formen und Muster sind einen zweiten Blick wert. Zeilen aus dem ersten Jahrhundert vor Christus finden sich neben den Bildern ebenso wie Gedichte der vergangenen Jahre.

Die Ausstellung ist täglich von 10 bis 18 Uhr im Nationalparkzentrum bei Herzhausen zu sehen. Der Eintritt ist frei.

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