Schießen am Samstag beim Freischießen

Frank Müller ist neuer König der Korbacher Schützengilde

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Nach der Proklamation der neuen Korbacher Schützenkönige im Festzelt: das neue Burschenkönigspaar Cynthia Ley und Ingo Müller, Vorgänger Michael Stephan, das ausgeschiedene Königspaar Karsten und Nadine Balk, die neuen Regenten Frank und Sibylle Müller mit Sohn Louis sowie die neuen Kinderkönige Leon Tent und Louisa Höhle.

Mit seinem dritten Schuss traf Frank Müller ins Schwarze. Jubel brandete auf – der Pionier und zweite Dechant der Schützengilde ist neuer König. Drei Jahre lang regiert er mit seiner Frau Sibylle im Traditionsverein. Neuer Burschenkönig ist Ingo Müller.

Der Wettstreit im Schießhagen zwischen den beiden historischen Stadtmauerringen war am Samstag Nachmittag ein weiterer Höhepunkt des Freischießens. Zahlreiche Zuschauer verfolgten die Schießen. Für Unterhaltung sorgten die „Aartal-Musikanten“.

Korbacher Schützengilde hat neue Regenten

Bevor es um die Königswürde der Gilde ging, ermittelten die Burschen ihren neuen Regenten. In der abgesperrten Zone legten sie mit dem Großkaliber-Gewehr auf 50 Meter entfernte Scheiben an. Drei Versuche hatte jeder. Thomas Frese und Thorsten Schrauf achteten als Schießaufsicht auf die genaue Einhaltung der Regularien.

Schuss auf Schuss knallte, bis um 14.43 Uhr das Horn erschallte: Der 36. Kandidat hatte die „Zehn“ getroffen – Ingo Müller. Die Schützen hoben ihn auf ihre Schultern, Gildesprecher Dennis Schmidt rief: „Der neue Burschenkönig, er lebe hoch, hoch hoch!“ Die Musiker spielten „Hoch soll er leben“, die Kanoniere feuerten ihr Geschütz ab. „Ein Bier für den König“, rief ein Kamerad.

Die Kinder schossen unterdessen mit Armbrüsten auf eine Strohscheibe. Es gab zwei Durchgänge mit je drei Schuss. Zehn Mädchen und neun Jungen traten an, Leon Tent sicherte sich den Königstitel mit 75 Ringen, Lousia Höhle mit 65 Ringen.

Spaßeshalber forderten der Korbacher Oberst Jürgen Weige und sein Vorgänger, Ehrenoberst Manfred Schatz, die versammelten Könige der „Historischen Schützengemeinschaft“ zum Schießen heraus. Das beste Ergebnis erzielten die beiden Herausforderer mit je 25 Ringen. „Die Könige waren uns hoffnungslos unterlegen“, kommentierte Schatz schmunzelnd.

Dann wurde es ernst: Die Männer rangen um die Königswürde. Immer mehr Zuschauer drängten sich an den Zaun und feuerten Bewerber an. Die kommentierten das Ergebnis der anderen. Als 22. Anwärter trat Frank Müller in den Stand, um 15.28 Uhr landete er seinen Treffer. „Das war auch für mich eine Überraschung“, kommentierte der KfZ-Meister.

Schützenbrüder hoben ihn aus dem Stand, „Horrido“ und „Hossa“, riefen sie, wieder donnerte das Geschütz der Bruderschaft „Sankt Barbara“, Gratulanten strömten auf ihn ein, darunter Landrat Dr. Reinhard Kubat. „Ich habe auf euch getippt, sagte Heinz Merl als Vertreter der Stadt.

 Auch Sibylle Müller und ihr siebjähriger Sohn Louis in seiner Pioniers-Uniform wurden herzlich begrüßt – auch sie sind Mitglied der Gilde.

Unter dem Kommando von Oberst Weige marschierte die Gilde zur feierlichen Proklamation ins nahe Festzelt. Karsten und Nadine Balk gaben Kette und Diadem als Insignien ihrer Regentschaft an Frank und Sybille Müller weiter, auch die Kinderkönige bekamen ihre Ketten überreicht. Nadine Balk hatte Tränen der Rührung in den Augen.

Ein lange im Herzen versteckter Wunsch sei in Erfüllung gegangen, sagte König Müller, er sei glücklich und stolz. Das Schützenwesen sei wichtig für die Traditionspflege, es verteidige sittliche und moralische Werte. Und das Freischießen werde generationsübergreifend gefeiert. Für die Schützengemeinschaft gratulierte der Vorsitzende Gerhard Drunk aus Landau. Die „Aartal-Musikanten“ spielten zum Abschluss das „Waldecker Lied“.

Begonnen hatte der Tag mit einem Empfang im Sitzungssaal des Rathauses:  Die Hansestadt und die Schützengilde hießen am Samstag Morgen die Königspaare und Vorstände der „Historischen Schützengemeinschaft Waldeck“ sowie befreundeter Vereine zum Freischießen willkommen. Unter den Ehrengästen war auch der Schutzherr der Schützengemeinschaft, Wittekind Fürst zu Waldeck und Pyrmont.

In einem Festzug marschierten die Gäste und die Formationen der Gilde danach zum Königsfrühstück ins Festzelt.

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