Rund 300 Besucherinnen beim Waldecker Landfrauentag in der Korbacher Stadthalle

Frauen mit Gemeinschaftssinn

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Klönen, genießen und gemeinsam lachen: Rund 300 Frauen kamen zum Waldecker Landfrauentag gestern Nachmittag in der Korbacher Stadthalle.

Korbach - Sie kämpfen für ihre Ziele und zeigen Zusammenhalt, sie gestalten, klönen und lachen gemeinsam: Rund 300 Frauen kamen gestern zum Waldecker Landfrauentag nach Korbach. Auf dem Programm stand auch ein Vortrag von Knigge-Expertin Barbara Rumpf.

Ob 30 oder 80 Lenze auf dem Buckel, ob Landwirtin, Hausfrau oder Managerin, ob aus Volkmarsen oder dem Edertal: Beim Waldecker Landfrauentag gibt es jedes Jahr im Frühling ein großes Wiedersehen. 300 Frauen aus dem Altkreis Waldeck kamen gestern Nachmittag zum Landfrauentag nach Korbach und nahmen sich Zeit zur Begegnung, zum Klönen und Kaffeetrinken, zum Lachen, aber auch, um sich politischen Fragen zu stellen.

„Wir kämpfen dafür, dass auch Frauen, die ihre Kinder vor 1992 bekommen haben, eine angemessene Rente erhalten“, erklärte Vorsitzende Elke Jäger und machte damit den Standpunkt der Landfrauen in der Diskussion um die Mütterrente deutlich. Auf einer Unterschriftenliste konnten sich die Landfrauen der Aktion anschließen. Auch im Bemühen um ein zusätzliches Schulfach, das hauswirtschaftliche Themen in den Blick nehmen soll, bat Elke Jäger um Unterstützung, bevor sie das Rednerpult den Gästen überließ.

Ob Bürgermeister Klaus Friedrich, der das „große Miteinander der Frauengemeinschaft“ lobte, oder Carsten Schmal vom Bauernverband, der die Frauen aufrief, gemeinsam für den Erhalt des ländlichen Raumes zu kämpfen: Viele sagten den Landfrauen ihre Unterstützung für ihren Einsatz zu. Noch ein anderer sorgte auf der Bühne der Stadthalle für Applaus: Torben Schott aus Goddelsheim begeisterte die Landfrauen mit klassischen Melodien auf dem Flügel.

Knigge für den Alltag

Klassische Benimmregeln standen dann bei Barbara Rumpf auf dem Programm. Die Volkmarserin klärte die Besucherinnen über die wichtigsten Kniggeregeln auf. „Schon 300 Jahre vor Christus beschwerten sich die alten Menschen über das Benehmen der jüngeren“, erzählte sie, „das ist nichts Neues“. In Deutschland gehe der Trend nun aber deutlich Richtung Benimm-Kurse, ergänzte die Vize-Präsidentin der Knigge-Gesellschaft.

„Dürfen wir auf dem Weg zur Kantine ‚Mahlzeit‘ sagen?“ fragte sie. Unentschlossenes Gemurmel folgte von den Tischen. „Auf keinen Fall dürfen Sie das sagen“, klärte die Benimm-Expertin auf, „das ist plump“. Und auch ein Prost sei nur bei zünftigen Zusammenkünften erlaubt, mit Weingläsern anstoßen sei verboten, auch ein „Gesundheit“ nach dem Niesen entspreche nicht den Regeln. „Früher ging es dabei nämlich vor allem darum, die eigene Gesundheit zu schützen“, erklärte Barbara Rumpf - ungeachtet der vielen Menschen, die sich über den Gesundheitsgruß in der Vergangenheit gefreut haben.

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