Conti investiert weiter in den Standort Korbach

Freie Fahrt am Technologiezentrum

+
Das neue Conti-Technologiezentrum in Korbach wächst. Um den Verkehr am Werk zu entzerren, soll der Elfringhäuser Weg im oberen Teilstück (links) als Straße ausgebaut werden.Foto: Kleine

Korbach - Rund um das Conti-Werk in Korbach soll der Lkw-Verkehr künftig entzerrt werden. Die Stadt will dabei den Elfringhäuser Weg am neuen Technologiezentrum als Straße ausbauen.

Mit großen Projekten investiert Continental weiter in den Standort Korbach. Vor Wochen nahm der Reifenriese eine mächtige neue Logistikhalle im Gewerbegebiet Raiffeisenstraße in Betrieb. Das Lager für Zweirad- und Pkw-Reifen misst fast 50000 Quadratmeter.

Die seit Jahrzehnten bedeutendste Investition läuft derzeit auf dem nördlichen Werksgelände am Elfringhäuser Weg. Für rund 45 Millionen Euro entsteht dort ein Technologiezentrum samt einer kleinen Fabrik für hochwertigste Reifen der Zukunft – breite, große „Schlappen“ für sportliche Autos.

Der Spatenstich für das „High-Performance Technology Center“ (HPTC) nahe dem Werkstor 3 erfolgte im September 2014, möglichst schon im Herbst 2015 soll dort der Probebetrieb in der Produktion beginnen. Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung am Standort Korbach sollen künftig Impulse geben für die Conti-Produktion weltweit.

Mit dem kontinuierlichen Ausbau für Produktion und Logistik ist aber auch das Verkehrsaufkommen gewachsen. Geplant ist deshalb, den Elfringhäuser Weg im Norden am Werksgelände auszubauen.

Es geht um einen Pfad zwischen Möbeldorf und Hannoverscher Straße, der an Kleingartengrundstücken entlangführt. Bislang ist dieses Teilstück nur ein Feldweg, im Laufe des Jahres will die Stadt den Elfringhäuser Weg nunmehr verbreitern und asphaltieren.

Bessere Anbindungzum Werkstor 3

Rund 286000 Euro soll der „Vorstufenausbau“ kosten – samt Regenwasserkanal und Straßenbeleuchtung. Die Erschließungsbeiträge entfallen dabei weitestgehend auf Continental als größten Anlieger. So rechnet die Hansestadt mit knapp 256000 Euro Einnahmen von Conti, wenn der Straßenabschnitt fertig ist. Aus dem Stadtsäckel verbleiben demnach rund 30000 Euro, um den Elfringhäuser Weg als Straße auszubauen.

Über das Vorhaben soll das Parlament am 12. Mai endgültig beschließen. Der Ausschuss für Bauen und Umwelt stimmte dem Projekt nach den Beratungen am Dienstagabend bereits einhellig zu.

Vorteil ist, dass die Hannoversche Straße und die Arolser Landstraße als Zubringer zum Conti-Werksgelände entlastet werden. Lkw können künftig aus Richtung Arolsen/Twistetal direkt am Möbeldorf abbiegen und über Waltershäuser Straße und Elfringhäuser Weg zum Werkstor 3 und zum neuen Conti-Technologiezentrum gelangen.

Läuft beim Neubau des Technologiezentrums alles nach Plan, rollen ab Sommer jährlich rund 350000 Reifen für höchste Ansprüche („Ultra Ultra High-Performance“) aus der modernen Mini-Fabrik. Insgesamt produziert Conti am Standort Korbach pro Jahr über neun Millionen Pkw-Reifen.

Neue Arbeitsplätze und neue Bauplätze

Zugleich bringt das Technologiezentrum rund 60 neue hochwertige Arbeitsplätze in der Hansestadt. Um auch neuen Mitarbeitern und Familien den Boden zu bereiten, sollen neue Bauplätze an der „Holunderflosse“ (Pestalozzistraße) entstehen.

„Wir sind dran“, erklärte Bürgermeister Klaus Friedrich im Ausschuss für Bauen und Umwelt. Nachgehakt hatte Andreas Ruppert (CDU).

Derweil reichen die Gedanken bei Conti noch weiter in die Zukunft. Offenbar will sich der größte Arbeitgeber im Wal­decker Land mit seinen rund 3400 Beschäftigten im Industriegebiet Richtung Mauser-Werk neue Erweiterungsflächen sichern. Nach WLZ-Informationen gibt es auch Überlegungen für einen zentralen Lkw-Parkplatz nahe der Mauser-Straße.

Von Jörg Kleine

Kommentare