Diemelsee: FWG-Ortsverband feiert 40-jähriges Bestehen

Freie Wähler Diemelsee setzen Zeichen

Diemelsee-Benkhausen - Rückblick, Lob, Ehrungen und viele Erinnerungen, Ausblick und gute Wünsche: Mit einem kurzweiligen Programm feierte die Freie Wählergemeinschaft Diemelsee am Samstagabend ihr 40-jähriges Bestehen.

Ein 40-jähriges politisches Wirken lebendig zusammenzufassen, ist gar nicht so einfach – vor allem, wenn viel bewegt wurde. FWG-Ortsverbandsvorsitzender Gerhard Behle (Vasbeck) gelang die Aufgabe am Samstagabend dennoch mit Bravour: Wie Perlen ans Schnürchen reihte er Namen, Zahlen, Fakten, Ziele, Erfolge und Anekdoten auf, die die Freie Wählergemeinschaft Diemelsee in den vergangenen vier Jahrzehnten ausmachten – und die sie dahin gebracht haben, wo sie als politische Kraft aktuell steht: mittendrin. Alfred Döbelt hatte die Freie Wählergemeinschaft am 25. März 1972 im alten Benkhäuser Dorfgemeinschaftshaus ins Leben gerufen, erinnerte Behle. Fast auf den Tag genau und fast an derselben Stelle trafen sich 40 Jahre später Freie Wähler aus Diemelsee und angrenzenden Kommunen, um den runden „Geburtstag“ zu feiern: Das neue Benkhäuser Dorfgemeinschaftshaus war voll besetzt, 90 Gäste hatten sich eingefunden. Ziele mit Weitsicht Döbelts Ziel war es damals, eine Wählergemeinschaft zu gründen, die bei der Kommunalwahl im Oktober 1972 antreten sollte. Die konstituierende Sitzung der Freien Wähler war am 3. Mai in Giebringhausen, die erste Mitgliederversammlung fand am 16. Mai in Rhenegge statt. Und schon beim ersten Wahlantritt erreichten die Freien Wähler rund 20 Prozent, besetzten auf Anhieb sechs von 31 Sitzen, erinnerte Gerhard Behle stolz. Die FWG habe sich damals wie heute für parteilose Bürgermeister eingesetzt und damit auch Erfolge erzielen können. Behle erinnerte auch an das enge, freundschaftliche Verhältnis zu den Menschen der Partnerstadt Geschwenda (Thüringen), an politische Erfolge und an die ersten Frauen, die für die FWG auch im Gemeindeparlament aktiv wurden – in Diemelsee waren das 2006 Ulrike Kranke Ulrike Kranke und Brigitte Schoen. Er lobte die Gründer der FWG Diemelsee für ihren Mut und ihren Einsatz, und dankte allen, die die Ziele der Freien Wähler weiterhin mit Weitsicht verfolgen. Sein besonderer Dank galt dabei Willi Arnold, seit 40 Jahren Mitglied der FWG und für sie auch im Kreistag aktiv. Arnold und Werner Backhaus verschafften den Gästen am Samstag einen weiteren Einblick in die Geschichte der Freien Wählergemeinschaft: Sie hatten alte Wahlplakate, Flyer und Fotos zusammengetragen und ausgestellt. „Die FWG Diemelsee setzt Zeichen – sie ist die erste, die 40-jähriges Bestehen feiert“, gratulierte Uwe Steuber im Namen des FWG-Kreisverbandes. „Die FWG fährt hervorragende Ergebnisse ein und ist aus Diemelsee nicht mehr wegzudenken“, unterstrich der Kreisvorsitzende: „Hören wir weiter auf die Bürger, gehen wir weiter auf ihre Nöte und Anregungen ein, dann werden wir auch weiterhin eine gute Sachpolitik machen“, sagt er weiter. Sachorientierte Politik Bürgermeister Volker Becker gratulierte auch im Namen des Gemeindevorstandes. Die Freie Wählergemeinschaft habe sich stets wohlwollend, sach- und zielorientiert für das Gemeindewohl eingesetzt, lobte er. Ortsvorsteher Erich Fischer überbrachte die Glückwünsche des Ortsbeirates: „Die etablierten Parteien hatten 1972 wahrscheinlich nicht damit gerechnet, dass die FWG sich so lange hält. Doch sie ist durch gute, sachorientierte Politik zum festen Bestandteil der Politik geworden,“ unterstrich er. Dr. Beate Schultze, Fraktionschefin der Diemelseer CDU, erklärte, von dem Argwohn der Anfangszeit sei längst nichts mehr zu spüren. „Alle gehen respektvoll miteinander um“, erklärte sie und dankte der FWG „für die gute Zusammenarbeit“. Berg Heyer von den „Freien Wählern Geschwenda“ erinnerte, sie hätten seit Anbeginn der Gemeindepartnerschaft eine enge Freundschaft zu den Freien Wählern in Diemelsee aufgebaut: „Gerade in den ersten Jahren erfuhren wir durch sie wertvolle Unterstützung“. Inzwischen hätten die Freien Wähler im Gemeinderat von Geschwenda die absolute Mehrheit. „Das ist ein absolut angenehmes Arbeiten. Wir beziehen die Parteien in die Arbeit mit ein“, sagte er mit einem Schmunzeln – und überreichte an Behle einen großen Korb mit Thüringer Wein. Zum Wohl der Bürger Karl-Heinz Kalhöfer-Köchling dankte im Namen des SPD-Ortsvereins Diemelsee für gute Zusammenarbeit. „ Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg – das soll aber nicht dazu führen, dass sich bei uns Verhältnisse wie in Geschwenda einstellen“, sagte er lachend mit Blick auf die Mehrheitsverhältnisse in dem Geschwendaer Parlament. Grüße der Freien Wähler aus Korbach und Bad Arolsen überbrachten Hubert Thorwirth und Walter Hufenreuter. Bevor der offizielle Teil des unterhaltsamen Abends mit Ehrungen verdienter Mitglieder und dem Wal­decker Lied ausklang, erinnerte Alterspräsident Karl Wilke noch einmal an den Gründer Alfred Döbelt. Die FWG sei sein Leben gewesen. „Sein Wirken soll für uns eine Verpflichtung sein und dafür sorgen, dass die Freien Wähler weiterhin zum Wohl der Bürger da sind.“Für 40-jährige Mitgliedschaft in der Freien Wählergemeinschaft Diemelsee wurden ausgezeichnet: Wilhelm Fisseler, Fritz Theile (beide Adorf), Karl Wilke (Benkhausen), Karl-Heinz Huckriede (Deisfeld), Fritz Meier (Flechtdorf), Walter Emden, Adolf Rest (Giebringhausen), Wilfried Blanke (Heringhausen), Heinrich Müller, Heinrich Leonhard (beide Rhenegge), Heinz Grebe, Wilhelm Arnold (beide Sudeck), Fritz Wetekam (Vasbeck), Heinrich Zölzer, Karl Heinemann, Fritz Kalhöfer, Wilhelm Schäfer, Karl-Friedrich Grosche (alle Schweinsbühl), Reinhold Kalhöfer-Köchling, Christian Becker, Heinz Thiele, Werner Backhaus, Christian Heinemann (alle Wirmighausen).

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