Korbachs größter Kleingärtnerverein im Rhenaer Weg bietet Gärten zur Pacht an

Freizeit mit Schrebergartencharakter

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Alois und Marianne Butterweck tauschen mit Nachbarin Brigitte Kuschel (v.l.) gern Gartenfragen aus – sie sind schon rund zehn Jahren Pächter in der Kleingartenkolonie am Rhenaer Weg in Korbach. Foto. Marianne Dämmer

Korbach - Gemüseanbau, Naturerleben, Ausgleich zum stressigen Alltag: Das bieten Schrebergärten. Der Kleingärtnerverein 1932 im Rhenaer Weg hat derzeit rund 20 freie Gärten zu verpachten.

„Ich könnte ohne den Garten nicht leben“, sagt Marianne Butterweck. Seit 2001 hegt und pflegt sie zusammen mit ihrem Mann Alois ein Stück Grün in der Schrebergartenkolonie des Kleingärtnervereins (KGV) 1932 im Rhenaer Weg. Ihr Reich, von einer hohen Hecke umgeben, birgt Platz für Obstbäume, Beerenbüsche und Rasen ebenso wie für Blumenrabatten und Gemüsebeete. Längst schon ernten sie Salat und Dill aus dem eigenen Gewächshaus - nach den Eisheiligen finden darin Tomaten Platz - und eine Laube bietet Schutz vor Sonne und Regen. „Wir sind jede freie Minute im Garten“, erklärt Marianne Butterweck.

Als die ersten Schrebergärten 1932 im Rhenaer Weg in Korbach eingerichtet wurden, dienten sie einzig dazu, die Ernährung sicherzustellen: Damals waren viele Menschen arbeitslos und in Not; Wohlfahrtsvereine und Kirchengemeinden mussten nach der Weltwirtschaftskrise 1929/1930 im Land für Massenspeisungen sorgen. Das war auch in Korbach so. Kleingärten sollten die größte Not lindern: Von 1932 bis 1939 wurden im Rhenaer Weg 104 Parzellen geschaffen, insgesamt gibt es dort inzwischen 272 Gärten. 20 von ihnen sind derzeit zu pachten - und die Funktion der Schrebergärten hat sich längst geändert: Sie dienen zu einem wesentlichen Maße der Freizeitgestaltung und der Erholung. Auch Ehepaar Butterweck gärtnert nicht nur; Ausruhen und Genießen stehen ebenfalls auf dem Programm. Immer findet sich zudem Zeit für ein Schwätzchen mit den Nachbarn Brigitte und Gerhard Kuschel, die ihren Garten seit 2001 gepachtet haben.

Die bisherigen Pächter der frei gewordenen Gärten sahen sich veranlasst, ihre Gärten aufgrund von Krankheit, hohem Alter, beruflicher Veränderung oder vermehrtem Schichtdienst abzugeben, erklärt Inge Meißner vom KGV-Vorstand. Die Gärten sind im Durchschnitt 300 Quadratmeter groß, haben Wasser- und Stromanschluss, eine Laube und Obstbäume und die Pacht kostet 60 Euro im Jahr, erklärt Meißner. „Zwei der Gärten sind in der Nähe des Spielplatzes - damit besonders gut für Familien mit kleinen Kindern geeignet“, sagt sie weiter. Geselligkeiten werden ebenfalls geboten: Wenn etwa am 17. Mai zum „Gartenbegang“ geladen wird, steht auch Grillen am Vereinsheim an. Am 18. August wird das traditionelle Sommerfest gefeiert - zum 80-jährigen Bestehen spielt eine Kapelle zum Tanz auf. Das Kinderfest samt Luftballonwettbewerb folgt am 19. August. Die Gewinner des Wettbewerbs werden beim Kartoffelbraten am 22. September bekannt gegeben. Am 1. Dezember folgt der Seniorennachmittag, am 7. Dezember wird Nikolaus nachgefeiert.

Wer einen Garten pachten möchte, kann ins Vereinsheim zu den Sprechstunden kommen: Sie finden jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat von 18 bis 20 Uhr statt. E-Mail: mail@kleingarten1932.de

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