Korbach

Friedrich setzt Zeichen für Wahlkampf

- Korbach (jk). Knapp ein Jahr vor der nächsten Wahl hat Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich den Aufschlag gemacht: Ja, der Rathauschef tritt wieder an – mit Unterstützung von CDU und FWG. Derweil sind die Signale von SPD und Grünen noch verhalten.

Frühzeitig nach der jüngsten Kommunalwahl hatten sich Martin Dörflinger (SPD) und Daniel May (Grüne) aus der Deckung gewagt. Beflügelt durch die neue Mehrheit im Stadtparlament, unterzeichneten die beiden Fraktionschefs im April die Vereinbarung zur politischen Zusammenarbeit. Das war kein formeller „Koalitionsvertrag“, denn Blockbildung sollte im Stadtparlament der Vergangenheit angehören.

Nur allzu lange hatten sich SPD und Grüne seit 2001 selbst an einer Mauer aus CDU, FWG und FDP gerieben. Doch das bürgerliche Bündnis geriet schon seit 2009 ins Trudeln. Unter Druck musste der damalige CDU-Vormann Dr. Christoph Butterweck auf Rückzug gehen, denn innerhalb der Fraktions- und Parteispitzen waren Gräben entstanden. Bürgermeister Klaus Friedrich war ohnehin verstärkt bemüht, sich freizuschwimmen aus einem Block. Auch mit Blick auf die Landratswahl, die er im Herbst 2009 knapp gegen Dr. Reinhard Kubat (SPD) verlor. Wenig später gab der parteilose Klaus Friedrich sein Mandat für die CDU im Kreistag ab.

Bekräftigt hatte den Rathauschef zuvor schon der klare Sieg gegen Walter Hartmann (SPD) bei der Bürgermeister-Direktwahl 2006. Friedrich verbuchte bei seiner Wiederwahl über 71 Prozent der Stimmen. Im Vorfeld des nächsten Wahlgangs im Herbst 2012 will der Amtsinhaber offenbar nichts anbrennen lassen. Bei der FWG-Hauptversammlung vor Tagen bekundete Friedrich (51), abermals zu kandidieren. Dabei sagten die Freien Wähler einstimmig Unterstützung zu. Die Korbacher Christdemokraten ließen nicht lange auf sich warten. Aus ihrer Mitgliederversammlung am Donnerstagabend kam ebenfalls einstimmige Unterstützung für Friedrich.

Ein formelle Nominierung ist das nicht. Friedrich will als parteiloser Kandidat selbst ins Rennen gehen. Und bis zur Wahl 2012 ist auch noch reichlich Zeit. Frühestens sechs Monate, spätestens aber drei Monate vor Ablauf der sechsjährigen Amtszeit (31. Januar 2013) muss die Wahl erfolgen. Im Klartext: Zwischen Ende Juli und Ende Oktober 2012 liegt der Wahltermin.

Unklar sind derweil mögliche Herausforderer. Alles blickt nunmehr auf SPD und Grüne. Denn zusammen verkündeten sie bereits im April: „Die Fraktionen werden im Jahr 2012 einen gemeinsamen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl benennen und unterstützen.“ Hinter den politischen Kulissen fällt der Name des SPD-Fraktionschefs Martin Dörflinger immer häufiger, wenn es um die Kandidatur geht. Aber die SPD hält sich vorerst noch bedeckt: „Zu gegebener Zeit“, verweist SPD-Spitzenfrau Gudrun Limperg auf eine Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins am 17. November. „Wir sind noch nicht so weit“, sagt auch Grünen-Fraktionschef Daniel May. In Kürze würden sich Grüne und SPD zusammensetzen.

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