Arbeit liegt brach: Förderverein soll aufgelöst werden · Hamel: „Neuen Standort suchen“

Frische für den Bauernmarkt

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Frische, regionale Produkte versprechen die Marktbetreiber vom Frische- und Bauernmarkt in Korbach. Doch Angebot und Nachfrage haben in den vergangenen Jahren wieder abgenommen. Liegt es am Standort Obermarkt?

Korbach - Wie geht es weiter mit dem Korbacher Frische- und Bauernmarkt? Den Förderverein, der dem Handelsplatz am Obermarkt neues Leben einhauchen sollte, wird es bald nicht mehr geben.

Ausverkauft. Die letzte luftgetrocknete Stracke an diesem Markttag ist gerade über die Theke des Verkaufswagens gegangen. Eigentlich kann Karl Walter Hamel zufrieden sein: Die Hausmacherwürste des Meineringhäuser Landwirts sind gefragt, der Umsatz stimmt, Stammkunden hat er reichlich. Nur ist es auf dem Korbacher Obermarkt um ihn herum recht einsam geworden: „Im Winter stehe ich manchmal alleine mit meinem Wagen hier“, sagt Hamel. In den Sommermonaten sind es immerhin noch vier bis fünf Stände auf der Rotunde, an denen Händler und Direktvermarkter am Samstagvormittag ihre Waren feilbieten.

Schon einmal fristete der Wochenmarkt ein Schattendasein. Doch 2007 gründeten die Beschicker gemeinsam mit der Korbacher Wirtschaftsförderung und dem Fachdienst Landwirtschaft den Förderverein „Korbacher Frische- und Bauernmarkt“, um dem Handelsplatz auf dem Obermarkt neues Leben einzuhauchen. Zunächst mit Erfolg: Mit einem guten Dutzend Mitgliedern ging der Förderverein an den Start, fast 20 Stände boten anfangs den Korbachern ein üppiges Angebot.

Viel Reklame gemacht

„Bis 2009 lief es gut“, sagt Wirtschaftsförderer Werner Niederquell. Rund 15 000 Euro habe die Wirtschaftsförderung „Korbach Goldrichtig“ in den vergangenen Jahren in den Wochenmarkt gepumpt, um Reklame für den Markt zu machen und mit Aktionen neue Kunden zu locken. „Doch die Werbung hatte keinen nachhaltigen Erfolg“, stellt Niederquell heute resignierend fest.

Vereinsarbeit ruht

Die Zahl der Stände ging wieder zurück, die Arbeit des Fördervereins kam schließlich zum Erliegen. Schon seit drei Jahren zieht der Verein keine Mitgliedsbeiträge mehr ein, nun soll er ganz aufgelöst werden, wie Vorsitzende Dorothea Loth vom Fachdienst Landwirtschaft des Landkreises erklärt: „Der Vorstand wird sich dazu in Kürze treffen.“

„Veränderungen nötig“

Auch ohne die Fördergemeinschaft wird es wohl weiter einen Wochenmarkt in Korbach geben. Ansprechpartner für Beschicker bleibt das Ordnungsamt. Doch für Karl Walter Hamel, bislang stellvertretender Vorsitzender des Vereins, steht fest: Es muss Veränderungen geben, denn der Frische- und Bauernmarkt funktioniert nicht so, wie er funktionieren könnte.

„Keine Laufkundschaft“

„Wir haben hier oben so gut wie keine Laufkundschaft“, erklärt Hamel. Käufer, die sich mehr oder weniger zufällig auf dem Markt umschauen, weil er gerade auf dem Weg liegt, gibt es fernab der Fußgängerzone kaum. Ein neuer Standort für den Frische- und Bauernmarkt ist für Hamel deshalb ein wichtiger Beitrag zur Lösung des Problems. „Man könnte zum Beispiel auf den Platz vor Kaufland in der Flechtdorfer Straße gehen“, schlägt der Landwirt vor.

Neuer Termin?

Mit einem neuen Termin könnten zudem neue Händler für den Markt in Korbach gewonnen werden, ist Hamel überzeugt: „Wenn man den Markt freitags von 12 bis 18 Uhr stattfinden lassen würde, kämen sicherlich auch die Händler, die samstags schon auf anderen Märkten stehen.“ Ein Gemüsehändler aus Bad Arolsen habe bereits Interesse bekundet. Offen bleibt jedoch, wer diese Veränderungen organisieren soll. Aus dem Rathaus seien noch keine Signale gekommen, stellt der Landwirt fest. Wirtschaftsförderer Niederquell bietet den Marktbeschickern indes weiter seine Hilfe an.

„Mache weiter“

Hamel jedenfalls will weiter auf dem Obermarkt seine Waren anbieten. „Wir sind seit mehr als drei Jahrzehnten dabei. Früher stand meine Mutter hier und ich werde, solange es geht, weitermachen“, sagt er.

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