Korbach

Früherer Tierschutzvereins-Vorsitzender verurteilt

- Wegen Untreue in 48 Fällen ist der ehemalige Vorsitzende des Korbacher Tierschutzvereins am Freitag zu einer Geldstrafe über 7500 Euro verurteilt worden. Das Schöffengericht sah es als erwiesen an, dass der heute 72-Jährige während seiner bis 2005 währenden ehrenamtlichen Tätigkeit Geld in die eigene Tasche gewirtschaftet und dem Verein finanziellen Schaden zugefügt hatte.

Der größte Verlust ist dem Tierschutzverein demnach durch die vorzeitige Kündigung eines Festgeldkontos entstanden. Verärgert darüber, dass seine Hausbank einen Kredit für seinen Sohn nicht wie gewünscht genehmigte, kündigte er alle Verträge bei dem Geldinstitut, für die er eine Vollmacht hatte - darunter auch das Konto des Vereins - und wechselte zu einer anderen Bank. Durch Zinsverluste und eine Vorfälligkeitsentschädigung sei dem Tierschutzverein ein Schaden von rund 7500 Euro entstanden, rechnete der Vorsitzende Richter Gerd Rinninsland vor.

Der 72-Jährige hatte außerdem für ein Büro im eigenen Haus Miete vom Tierschutzverein verlangt. Dabei verfügt das Tierheim über zwei Büroräume, die genutzt hätten werden können. "Es bestand keine Notwendigkeit für ein weiteres Büro, darüber hinaus gab es keinen Vorstandsbeschluss für die Mietzahlung", so der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung.

Einen zwischen dem ehemaligen Vorsitzendem mit sich selbst als Privatmann geschlossenen Beratervertrag über monatlich rund 365 Euro sah das Gericht jedoch als rechtmäßig und durch den Vorstand des Vereins abgedeckt an. Insgesamt sei der Schaden, der dem Verein entstanden sei, überschaubar, resümmierte Rinninsland. Die Verteidigung, die auf Freispruch plädiert hatte, kündigte gegenüber der WLZ-FZ an, in Berufung gehen zu wollen. (lb)

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ am Samstag, 19. September 2009.

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