Unbekannte dringen in Gnadenhof ein · Drohung gegen Betreiber · Entlaufene Tiere wieder in Gehegen

„Für Menschen und für Affen gefährlich“

Vöhl-Asel - In der Nacht zu Samstag wurden Tiergehege des Gnadenhofs bei Vöhl aufgebrochen. Die unbekannten Eindringlinge hinterließen als Drohung Gewehrmunition.

„Als die Hunde angefangen haben zu bellen, dachte ich, wir hätten wieder einen Fuchs auf dem Hof“, sagt Norman Siegel, Betreiber des Gnadenhofs bei Vöhl. Als er gegen 2.30 Uhr hinausging, sei ihm jedoch ein Kapuzineraffe vor den Füßen hergelaufen. Da war klar: Eindringlinge haben die abgesicherten Gehege der Tiere aufgebrochen. Mit Gewalt entfernten die Unbekannten nicht nur das Schloss an der Tür zu den kleinen Affen. Auch die Gehege von Kaninchen, einer gemischten Tiergruppe und Schweinen wurden geöffnet – mit geringen Folgen, lediglich ein Wildschwein habe sich herausgewagt, wurde aber ohne Probleme wieder ins Gehege gelockt. Schwierigkeiten bereiteten hingegen die Affen: Alle Kapuzineraffen waren auf freiem Fuß. Mit Kuchen lockte er sie wieder ins Gehege – normalerweise füttere er sie nicht damit, aber hätten sie sich ans Leben außerhalb des Geheges gewöhnt, wäre das ein Problem geworden: Die aggressiven Tiere seien in der Lage, Türen zu öffnen, Katzen und Hunde zu erlegen und auf vielfältige Art und Weise Schaden anzurichten. Auch das 19-jährige Rhesusaffenweibchen Lucy entkam. Als Neuankömmling hat sie noch keine Bindung zum Gehege und verschwand im Wald. Bevor sie wie Norman Siegel befürchtete, überfahren oder erschossen wurde, sichteten Wanderer sie in einem Waldstück am Edersee. 4,5 Kilometer vom Hof entfernt gelang es Norman Siegel und Helfern gestern, das unverletzte Tier einzufangen. Die Polizei rückte morgens an – für Hilfe beim Einfangen der Tiere sei sie nicht ausgerüstet, habe sie Siegel erklärt. Erst darauf entdeckte er auch eine Drohung gegen sich selbst: Im Zeitungskasten stand eine großkalibrige Gewehrpatrone. Anhand dieser sucht die Polizei nach den Tätern.Aggressionen gegen ihn sind Norman Siegel nicht fremd: Vor einigen Monaten hatten Unbekannte die Reifen an seinem Wagen aufgeschlitzt. Diese Art von Drohung und das Freilassen gefährlicher Tiere hätten aber eine neue Qualität.

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