Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser besucht das Nationalpark-Zentrum

„Ganz wichtiger Baustein“ – mit einigen Mängeln

- Dass es nicht nur am Rhein, sondern auch im Kellerwald eine Loreley gibt, wie eine Spechthöhle von innen aussieht und warum im Nationalpark-Zentrum nach mehr als sechs Jahren Betrieb einige Mängel zutage treten, erfuhr Dr. Beatrix Tappeser bei ihrem Besuch am Mittwoch. Die Staatssekretärin im hessischen Umweltministerium ließ sich von Nationalpark-Leiter Manfred Bauer durch die Dauerausstellung und anschließend über die Hagenstein-Route führen.

Für die promovierte Biologin, die als wissenschaftliche Direktorin im Bundesamt für Naturschutz tätig war, bevor sie im Januar in das von Priska Hinz (Bündnis 90/Die Grünen) geführte Ressort wechselte, war es der erste Besuch im markanten Gebäude am „Weg zur Wildnis“. Relativ konstant rund 25  000 Touristen im Jahr, aber naturgemäß immer weniger Einheimische interessieren sich für die seit 2008 kaum veränderte Dauerausstellung und den 4-D-Film, erklärte Bauer: „Das regionale Besucherpotenzial ist weitgehend ausgeschöpft.“ Das Ausstellungskonzept solle deshalb grundlegend überarbeitet und neue Elemente eingebaut werden. So fehlten bisher weitgehend Elemente, die das 2011 verliehene Prädikat Unesco-Weltnatur­erbe aufgreifen. Zudem stoße das Raumangebot in dem architektonisch sicher schlüssig gebauten Zentrum an Grenzen. Für Sonderausstellungen sei kaum genügend Platz, um die Exponate zur Geltung zu bringen. „Nur ein Seminarraum ist auf Dauer zu wenig“, stellte Bauer fest. Das Zentrum im Innern umzugestalten, sei aufgrund der Bauweise sehr schwierig, es durch Anbauten zu erweitern, so gut wie ausgeschlossen. Aktuell gebe es ein Problem mit den innen liegenden Regenabläufen des sektional aufgeteilten Flachdaches, erklärte Bauer, als beim Rundgang der Blick auf eine stellenweise durchfeuchtete Wand fiel.„Sehr beeindruckend, gut gelungen und in dieser Form bestens geeignet, um Wissen zu vermitteln“, fasste die hessische Umwelt-Staatssekretärin ihren Eindruck nach dem Rundgang zusammen. Der Nationalpark sei „ein ganz wichtiger Baustein“, um das Verständnis dafür zu stärken, Artenvielfalt und intakte Naturräume zu erhalten. Ob das Zentrum des einzigen Nationalparks in Hessen auf zusätzliche finanzielle Unterstützung der schwarz-grünen Landesregierung hoffen kann, um die angesprochenen Mängel zu beseitigen, ließ Dr. Tappeser offen. Groß sei das Interesse der Landesregierung an dieser Einrichtung, bekräftigte sie, klein hingegen der finanzielle Spielraum, den Schuldenbremse und Sparhaushalt einengten. Von Thomas Kobbe

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