Tempo-30-Zone für Adorfer Hauptstraße im Gespräch · Geschwindigkeits-Displays sollen aufgestellt werden

Fuß vom Gaspedal in der Ortsmitte?

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Viele Möglichkeiten gibt es, um für mehr Sicherheit der Fußgänger im Straßenverkehr zu sorgen. Ein Zebrastreifen in der Adorfer Ortsmitte scheint unwahrscheinlich. Als Alternative ist eine Tempo-30-Zone im Gespräch. Fest steht, dass die Gemeinde Schilder aufstellen will, die Fahrer auf ihre Geschwindigkeit hinweisen.

Diemelsee-Adorf - Seit etwa 30 Jahren fordern Adorfer einen Zebrastreifen in der Ortsmitte. Weil der Einsatz dafür aber aussichtslos erscheint, steht jetzt auch eine Tempo-30-Zone zur Debatte.

Das Thema Fußgängerüberweg in der Adorfer Ortsmitte beschäftigt weiterhin den Landkreis, die Gemeinde Diemelsee und die Einwohner des Ortes. Anfang Oktober machten Ortsvorsteher Bernd Becker, Bürgermeister Volker Becker sowie Kinder und Eltern aus Adorf noch einmal auf den gemeinsamen Wunsch aufmerksam, indem sie kurzerhand weiße Streifen auf die Hauptstraße legten.

Doch Zählungen haben ergeben, dass die Voraussetzungen für einen Fußgängerüberweg nicht erreicht werden - zu wenig Passanten und zu wenig Verkehrsaufkommen. Nun geht die Gemeinde neue Wege und hat die Einrichtung einer Tempo-30Zone beantragt. „Das wird derzeit geprüft, wir wissen nicht, was dabei herauskommt“, sagt Volker Becker.

Hartmut Wecker, Pressesprecher beim Landkreis, bestätigt, dass Polizei, Verkehrsbehörde und Hessen Mobil sich derzeit mit dem Thema beschäftigen. Voraussetzung für eine Tempo-30Zone sei allerdings, dass in diesem Bereich durch die Geschwindigkeit der Auto- und Lkw-Fahrer eine erhöhte Unfallgefahr bestehe. Dafür würden neben einer Besichtigung vor Ort auch Unfallstatistiken herangezogen.

In der Fragestunde des Kreistages sprach der Diemelseer Abgeordnete Wilhelm Arnold (FWG) das Thema noch einmal an. „Das Argument der Verkehrszählung ist für mich nicht stichhaltig“, ist er unzufrieden mit der Begründung. Ihn wundert, dass es nur wenige Hundert Meter weiter in der Bredelarer Straße einen Zebrastreifen gibt, „dort dürfte das Verkehrsaufkommen kaum höher sein“. Den Fußgängerüberweg dort gibt es nach Angaben der Verkehrsbehörde des Landkreises vor allem, um Kindern einen sicheren Weg zur Schule zu ermöglichen und wegen der Passanten, die auf beiden Seiten der Straße die Einkaufsmöglichkeiten nutzen.

Wilhelm Arnold fürchtet, dass die Gemeinde bei Einrichtung einer Tempo-30-Zone als Abzocker dargestellt werden könnte. Denn die Geschwindigkeit müsse dann auch kontrolliert werden. Die Gefahr, die Bürger damit zu verärgern, sieht Rathauschef Volker Becker nicht. „Wir wollen die Zone ja nicht, um jemanden abzuzocken, sondern zur Sicherheit der Fußgänger.“ Daher müsse dann auch punktuell kontrolliert werden.

Eine dritte Option neben Fußgängerüberweg und Geschwindigkeitsreduzierung ist der Bau von Querungshilfen. Dies halten sowohl Becker als auch Arnold nicht für sinnvoll, wurden die Straßenbauarbeiten dort doch gerade erst abgeschlossen.

Ob Zebrastreifen oder nicht, eine Veränderung wird es an der Hauptstraße wohl schon bald geben: Volker Becker kündigt an, dass im nächsten Jahr digitale Schilder aufgestellt werden sollen, die den Autofahrern entweder die Geschwindigkeit anzeigen oder dazu auffordern, den Fuß vom Gas zu nehmen. Diese seien im Haushalt für 2014 vorgesehen.

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