Am Sonntag lädt der Goddelsheimer Kulturverein zum Kartoffelbraten ein · Aktionen und Spezialitäten

Von Gaumenfreuden bis Filmpremiere

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Der Verein zur Erhaltung alten Kulturgutes sowie alle weiteren Vereine und Gruppen in Goddelsheim laden zum traditionellen Kartoffelbraten am kommenden Sonntag rund um die Museumsscheune und die Kirche ein. Foto: Marianne Dämmer

Lichtenfels - Goddelsheim - Ein Herbst ohne ein zünftiges Kartoffelbraten ist in Goddelsheim nicht denkbar: Am Sonntag lädt der Kulturverein zu lukullischem Schmaus und viel Programm rund ums Museum ein.

Wer das Kartoffelbraten in Goddelsheim schon einmal besucht hat, der weiß um die Vielfalt an bunter Unterhaltung, Information und leckeren Spezialitäten, die rund um Museum, Scheune und Kirche geboten werden. Jedes Jahr stellen die rund 280 Mitglieder mit Reinhard Weber als Vorsitzendem ein anderes Kapitel der langen Geschichte Goddelsheims in den Mittelpunkt des geselligen und aktionsreichen Tages.

Musikalisches Programm

Zum 1125-jährigen Jubiläum, das Goddelsheim in diesem Jahr feiert, sind es die Vereine - denn sie prägen die Gemeinschaft in dem mit 1391 Einwohnern größten Lichtenfelser Stadtteil: In Ausstellungen und an mehreren Infoständen stellen sie sich ebenso vor wie mit Auftritten, erklärt Vorsitzender Reinhard Weber. So haben sie ein Unterhaltungsprogramm zusammengestellt, das von 13 bis 17.30 Uhr zu jeder halben Stunde für Abwechslung sorgt. Mit von der Partie sind der Männergesangverein und der Frauenchor, der auch Mitmach-Singen bietet, die Songkids, die Gitarrengruppe, der Jugendchor, die Young Voices, die Musikgruppe und die Trommler „Gunjoscha“. Auch ein Konzert mit Orgel und Geige in der Kirche ist zu hören.

Andere Vereine wiederum stellen sich ab 12 Uhr mit einem Dauerprogramm vor - von der „Luftpost Goddelsheim“ über den Naturschutzbund bis zum Sport- und zum Schützenverein.

Oldtimer und Filmpremiere

Die Schwungmassenfreunde stellen Oldtimer-Traktoren aus, und die Feuerwehr zeigt Geräte und Technik zur Brandbekämpfung, außerdem präsentiert sie einen Übungseinsatz und bietet Wasserspiele. Aber auch in dem neuen Film „1125 Jahre Goddelsheim - Ein lebendiges Dorf“ von Reinhard Weber und Torben Schott (wir berichteten) werden die Vereine vorgestellt: Die Uraufführung des Films ist am Sonntag um 15 und 17 Uhr im Schuppen Böhle. Abgesehen davon können im Museum historische Handwerksgeräte, Maschinen und sonstige Technik, Möbel, Hausrat und Webstühle in Augenschein genommen werden. Die Landfrauen bieten Selbstgemachtes in der Museumsküche, zwei Frauen aus dem Dorf binden feine Herbststräuße, und der Posaunenchor spielt zum Tanz in der Museumskneipe auf.

Schließlich ist auch für Kinder ein buntes Programm organisiert: Das reicht von Spielen über Schminken bis zur Märchen-Dämmerstunde im Gewölbekeller.

Herbst-Köstlichkeiten

Nicht zu vergessen die Gaumenfreuden, die beim Kartoffelbraten am Sonntag gereicht werden: Sahneheringe mit Pellkartoffeln, Bratkartoffeln und gebratene Pilze, Kartoffelsuppe, frische Fischfilets, Würsten und Steaks sowie das Museumsbrot, das jedes Jahr reißenden Absatz findet, mit Hubertusschmalz. Kaffee, Kuchen und Torten gehören ebenfalls zum lukullischen Angebot.

Festauftakt ist am Sonntag um 11 Uhr in der Goddelsheimer Kirche. Jürgen Dunkelmann hält den Festvortrag, Posaunenchor, Frauenchor und Trommelgruppe umrahmen die Eröffnungsfeier musikalisch.

Zum Kartoffelbraten, das den Abschluss des Jubiläumsjahres in Goddelsheim bildet, sind alle eingeladen, die unterhaltsame Musik, abwechslungsreiches Programm und gutes Essen mögen - der Eintritt ist frei. (md)

Hintergrund

Der „Verein zur Erhaltung alten Kulturgutes in Goddelsheim“ feiert im kommenden Jahr Jubiläum: Er ist dann 25 Jahre in und für den Lichtenfelser Stadtteil aktiv. Seine Anfänge nahm der Verein 1989, ein Jahr nach der 1100-Jahr-Feier. Die seinerzeit für das Fest zusammengetragenen Gerätschaften sollten auch zusammenbleiben und betreut werden. So wurde am 1. November 1989 der „Verein zur Erhaltung alten Kulturgutes in Goddelsheim“ gegründet; Fritz Schüttler wurde Vorsitzender, ihm folgten 1994 Eberhard Straube und 1999 Reinhard Weber. Platz fanden die Gerätschaften schließlich in einem ehemaligen Schweinestall direkt unterhalb der Kirche, der von der stetig steigenden Anzahl von Mitgliedern im Laufe der Jahre zu einem richtigen Museum und Treffpunkt, ja zum Dorfmittelpunkt ausgebaut wurde. Auch die Zahl der Exponate stieg deutlich an; eine Heimatstube wurde eingerichtet, ein Backofen eingebaut und eine Fotoausstellung erstellt. Der Verein kaufte außerdem die Scheune Weber an und machte beide Gebäude zu Schmuckstücken direkt neben der Kirche. Genau dort findet am kommenden Sonntag das vom Kulturverein organisierte und inzwischen zur Tradition gewordene Kartoffelbraten statt – das weit mehr bietet als leckere Kartoffelgerichte. (md)

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