Parlament lehnt Antrag auf Änderung des Bebauungsplans ab

Gegen Hotel im RAG-Heim

Willingen - Die Entscheidung ist gefallen: Es kommt nicht zu der von Investor Arndt Brüne beantragten Änderung des Bebauungsplans Nr. 2 („Bärmecke“). Er kann also seinen Plan, im ehemaligen RAG-Erholungsheim ein Jugend- und Sporthotel einzurichten, nicht verwirklichen.

Kaum ein Thema hat in letzter Zeit in der Bevölkerung für so viel Diskussionsstoff gesorgt wie die Absicht, in dem Gebäude, das bis vor wenigen Monaten als Erholungsheim gedient hat, ein Hotel im Low-Budget-Bereich einzurichten. Nach eingehender Beratung im Gemeindevorstand, im Bauausschuss und in den Fraktionen kam die Gemeindevertretung am Mittwochabend zu einer klaren Entscheidung: 17 Parlamentarier folgten dem Beschlussvorschlag des Gemeindevorstands und sprachen sich gegen eine Änderung des Bebauungsplans aus, in dem derzeit ein „Sondergebiet Erholungsheim“ ausgewiesen ist. Es wird also kein „Sondergebiet Hotel“ vorgesehen. Zehn Gemeindevertreter enthielten sich der Stimme. Bürgermeister Thomas Trachte verdeutlichte noch einmal die Argumente, die aus Sicht des Gemeindevorstands gegen ein Hotel an dieser Stelle sprechen. Insbesondere würden Konfliktpotenziale befürchtet, wenn in unmittelbarer Nachbarschaft eines reinen Wohngebiets ein Hotel in dieser Größenordnung entstehe. Trachte berichtete in diesem Zusammenhang, dass gestern zwei Eingaben von Bürgern mit Unterschriftenlisten bei der Verwaltung eingegangen seien, in denen die gleichen Bedenken geltend gemacht würden. Während die CDU noch in der vergangenen Woche in der Bauausschusssitzung für eine Vertagung der Entscheidung plädiert hatte, betonte Fraktionsvorsitzender Jochen Schmitt (Willingen) am Mittwochabend, dass aufgrund des Informationsflusses in den letzten Tagen einer Entscheidung nichts mehr entgegen stehe. „Die Meinungsbildung ist abgeschlossen“, bekräftigte auch SPD-Fraktionsvorsitzender Karl-Wilhelm Schweinsberg (Willingen). Das Grundstück sei einmal ein reines Wohngebiet gewesen und sollte eventuell wieder einer solchen Nutzung zugeführt werden, regte er an.„Wir möchten den Bürgern die Möglichkeit eröffnen, den Entscheidungsprozess zu begleiten“, machte sich FDP-Fraktionsvorsitzender Dieter Schütz (Willingen) für die von den Liberalen beantragte Bürgerbefragung zu dem Thema stark. Der entsprechende Antrag wurde jedoch mehrheitlich abgelehnt. FWG-Fraktionsvorsitzender Friedrich Wilke (Usseln) sprach den Wunsch nach einer gebietsverträglichen Lösung aus, wollte aber eine Hotelnutzung nicht grundsätzlich ausschließen. „Vielleicht ergibt sich ja die Möglichkeit der Umwandlung des Erholungsheims in ein Premiumhotel.“ Doch auch der Antrag der Freien Wähler, gegenwärtig kein Verfahren zur Änderung des Bebauungsplans einzuleiten und den Gemeindevorstand zu beauftragen, ein Konzept zur städtebaulichen und touristischen Entwicklung Willingens zu entwickeln, fand keine Mehrheit. Von Ulrike Schiefner

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