Lichtenfels

Gut gegessen und viel dazu gelernt

+

- Lichtenfels-Goddelsheim (ahi). Mit ihrem großartig organisierten Kartoffelbraten und einem vielfältigen Rahmenprogramm hatten die Goddelsheimer das Kaiserwetter am Wochenende mehr als verdient.

Allerbestes Spätsommerwetter schickte Petrus dem Kulturverein zu seinem großen Fest. Dabei ist der Wetterapostel nicht einmal der Namenspatron, sondern die Kartoffel. Und die wurde auch dieses Mal nicht nur in allerlei leckeren Variationen gebraten und mit Pilzen serviert oder einfach frittiert. Auf dem Weg zum kulinarischen Herzstück hatten die Veranstalter eine Kartoffelpromenade aufgebaut:

Ältestes Mitglied der Ahnengalerie ist die peruanische Urkartoffel „Papa Bonita“, die seit 8000 v. Chr. nachweisbar ist und im 16. Jahrhundert nach Europa gebracht wurde. Hier nahm dann die eigentlich leicht nussig schmeckende Wunderknolle in jedem Land ihre eigene Entwicklung und verwandelte sich dabei farblich wie geschmacklich: Sei es zur französischen Trüffelkartoffel „Vitelotte“ von 1830 mit ihrer erdigen Note, dem cremig-milden „Golden Wonder“ aus England (1906) oder der deutschen Belana von 2000, deren Geschmack als „phantastisch“ und „leicht buttrig“ beschrieben wird.

Trotzdem fällt es zunächst schwer, lange bei den in allen Farben schillernden, aber rohen Kartoffeln stehen zu bleiben und sich in die Details zu vertiefen, denn vom Stand der Landfrauen duftet es gar zu verführerisch herüber. Und mit einer frischen Portion Bratkartoffeln in der Hand genießt sich die Geschichte der tollen Knolle schon viel leichter. Gut gegessen und noch etwas dazu gelernt, dieses Kartoffelfest hat seinen Namen verdient. Historisches Handwerk ist in diesem Jahr das Motto und erfahrene Meister ihrer Handwerkskunst demonstrieren ebenso wie junge Gesellen die Techniken und Materialien von einst im Heimatmuseum. Im Untergeschoss zeigen Schmiede, Besenbinder und Zimmerleute Gegenstände des täglichen Bedarfs, allesamt in Handarbeit gefertigt. Eine Etage höher ist Matthias Fichtner als traditioneller Schuhmacher aktiv und lässt auf längst fälligen Leisten ein paar Schuhe Gestalt annehmen, die 15 Jahre halten können.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Mittwoch, 28. September

Kommentare