Angeklagte entwendet kleine Beträge · Form des Autismus spielt eine Rolle

Geld der Mitbewohnerin gestohlen

Korbach - Sie leben unter einem Dach, das gegenseitige Vertrauen nutzte eine Mitbewohnerin aber aus und bestahl die Beschädigte. Ein Grund war wohl auch die Krankheit der Angeklagten.

Angeklagte und Geschädigte leben in einer betreuten Wohngemeinschaft in Korbach. Die 24-jährige Beschuldigte erklärte vor Gericht, dass sie an einer Form von Autismus leide. Dies führe schon seit ihrer Kindheit zu Konzentrationsschwierigkeiten und bestimmten Zwängen. „Warum ich meine Mitbewohnerin bestohlen habe, weiß ich bis heute nicht“, so die Korbacherin.

An vier Tagen im April und Mai 2012 ging sie in das Zimmer der Geschädigten, holte den Geldbeutel aus der Handtasche und entwendete zweimal 50 Euro und jeweils 30 und 20 Euro. Beim letzten Versuch lag der Geldbeutel offen auf dem Bett, die Scheine waren präpariert. Die Mitbewohnerin wollte dem Dieb auf die Schliche kommen. „Die Falle war offensichtlich, aber irgendwie wollte ich auch erwischt werden, um dem Ganzen ein Ende zu setzen“, so die 24-Jährige.

Gegenüber der Polizei gab die Angeklagte an, mit Geld nicht gut umgehen zu können. Bei ihrer Mitbewohnerin hatte sie sich bereits kurz nach dem Vorfall entschuldigt und ihr den entwendeten Betrag komplett zurückgezahlt.

Die Persönlichkeitsstörung sei aber nicht der entscheidende Grund für den Diebstahl gewesen und deshalb liege auch die Schuld bei der Angeklagten, befand die Staatsanwaltschaft. Vor allem der Vertrauensmissbrauch gegenüber der Mitbewohnerin sei zu beachten.

Der Angeklagten kamen beim Urteil durch den Vorsitzenden Richter Karl-Heinz Kalhöfer-Köchling ihr Geständnis und der in zwei Fällen geringe Wert der Diebesbeute zugute. Kalhöfer-Köchling verurteilte die 24-jährige Korbacherin zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 10 Euro.

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