Viel Applaus für „Da Capo“ bei 4. Kulturhäppchen des Korbacher Soroptimist-Clubs

Gelungener Cocktail mit Oktett

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Viel Gespür für Harmonie und Sinn für Komik: das Frankenberger Oktett „Da Capo“.

Korbach. - Die vierte Auflage der Kulturhäppchen des Soroptimist-Clubs Korbach, die im St.-Marien-Gemeindehaus stattfand, war die bislang beste. In diesem Punkt waren sich am Ende alle Anwesenden einig.

Großen Anteil am Gelingen hatte auch das Frankenberger Vokalensemble „Da Capo“, das einen gelungenen Cocktail aus Anspruch und Unterhaltung servierte. Die Frankenauer Anwältin Renate Thuma hatte die Verpflichtung der stilistisch breit aufgestellten Gruppe mit ebenso viel Gespür für Harmonie wie Sinn für Komik angeregt. Extrem gut aufgelegt waren die acht Sänger, die auf der Bühne so etwas wie das zehnjährige Jubiläum feierten, ohnehin, und in Vollbesetzung und mit Vollprogramm motivierte das Oktett die Zuhörer zuletzt nicht nur zum Mitsingen, sondern auch zu Standing Ovations.

Jahresprojekt vorgestellt

Hintergrund für die unwiderstehliche Kombination aus kulinarischer und kultureller Vielfalt ist die Förderung von sozialen Projekten durch die Soroptimistinnen. Mit dem Erlös der Kulturhäppchen 2013 wurde das Projekt „Team-Training“ des Sportkreises Waldeck-Frankenberg finanziert, dadurch konnten fünf siebte Klassen der Louis-Peter-Schule an dem Outdoor-Projekt zur Entwicklung sozialer Kompetenzen teilnehmen. Diese Erfahrung erleichterte Kindern, die von der Förderstufe an die Louis-Peter-Schule gewechselt waren, den doppelten Schulwechsel und die Integration in die neue Klasse. Konrektor Nils Holzkamp nahm die Spende von 500 Euro entgegen.

Ute Hengstwerth hatte die Treffpunkt-Kids als Jahresprojekt 2014 vorgeschlagen. Als Vorstandsmitglied des gemeinnützigen Vereins „Treffpunkt“ Korbach, der seit 30 Jahren psychisch kranke Menschen in verschiedenen Fachbereichen betreut, brachte Axel Emde die Hintergründe und Notwendigkeiten des 2013 gestarteten Präventiv-Projekts auf den Punkt.

Treffpunkt-Kids bietet den Kindern von psychisch Erkrankten, die oft das schwächste Glied in den betroffenen Familien sind, einen Raum, in dem diese Kinder Normalität und Unbeschwertheit erleben können. Bei ihren Ansprechpartnern finden die Kinder auch offene Ohren für Fragen zur Erkrankung der Eltern und erhalten altersgerechte Antworten. „Der Ort ist geschaffen und ausgestattet, kompetente Mitarbeiterinnen mit einer pädagogischen und ergotherapeutischen Fachkraft vorhanden, der Bedarf ist da, die Gruppe aktiv“, stellte Emde die Leistungsfähigkeit des Projekts dar, dessen Weiterführung aber auch von der finanziellen Ausstattung abhängig ist.

Öffentliche Mittel stehen nur für Kranke zur Verfügung, Prävention wird nicht gefördert, deshalb ist eine alternative Finanzierung für das Projekt Treffpunkt-Kids erforderlich. Mit den Einnahmen der Kulturhäppchen leisten die Soroptimistinnen ihren Beitrag zur Fortführung des Projekts, so Präsidentin Monika Niederquell, die im Verlauf der Veranstaltung gleich auf den nächsten Einsatz im Rahmen des Night-Grooves hinwies. Der Club betreut die Soulmusik-Station im Bonhage-Museum.

Derzeit sind 23 berufstätige Frauen aus Bad Arolsen, Korbach und dem Raum Frankenberg im Korbacher Club organisiert, zu den Höhepunkten des vergangenen Jahres zählte auch das Marktfrühstück in Bad Arolsen mit der Bestsellerautorin Hera Lind. „Glück ist das Einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt“, erklärte Monika Niederquell unter dem Eindruck des Jubels, den der Auftritt von „Da Capo“ hervorgerufen hatte.

Die erste Hälfte des Programms war spirituell im weitesten Sinne ausgerichtet und reichte von Johann Sebastian Bachs „Ehre und Preis“ über Spirituals bis zu Balladen wie Lenas und Gabriellas Song aus dem Film „Wie im Himmel“. Mit „I will follow him“ aus „Sister Act“ gelang ein schwungvoller Abschluss.

Handwerker-Pantomime

Im Verlauf des zweiten Sets mit Schlagern („Zwei kleine Italiener“,„Pigalle“) und Rock ’n’ Roll („Rama Lama Ding Dong“) ließen die acht Vokalisten, die von Kai Schöneweiß am Keyboard begleitet wurden, die Notenpulte verschwinden, um die Erfolge der Comedian Harmonists in Szene zu setzen. Bei „Ich hab’ das Fräul’n Helen baden sehen“ trat Johanna Tripp an die Rampe und intonierte mit süffisantem Lächeln die Ballade vom Voyeurglück mit dem dicken Ende. Mit der akrobatischen Handwerker-Pantomime „Workings Places“ und sechs simultan den vollen Bewegungsradius ausnutzenden Aktiven ging der längste Auftritt in der Geschichte von „Da Capo“ offiziell zu Ende. Aber nomen est omen. Mit dem brasilianischen Traditional „Samba lélé“ folgte die erste Zugabe und nach „Marmor, Stein und Eisen bricht“ unter Teilnahme des großen Chors an den Tischen war endgültig Schluss.

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