Ausschüsse: Keine neuen Suchräume für Windkraftanlagen im Regionalplan

Gemeinde gegen neue Vorranggebiete

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Diemelsee - Die Gemeinde Diemelsee will keine neuen Windvorrangflächen in den künftigen Regionalplan aufnehmen. Über den Beschlussvorschlag muss heute bei der Sitzung der Gemeindevertretung noch abgestimmt werden.

Noch bis zum 14. Mai ist der Entwurf des Teilregionalplans mit möglichen Suchräumen für Windkraftanlagen für alle Bürger einsehbar - entweder im Internet unter www.rp-kassel.de oder in der Gemeindeverwaltung Diemelsee. Jeder kann dazu eine Stellungnahme abgeben oder Suchräume vorschlagen.

Vier Flächen fallen raus

Der Gemeindevorstand Diemelsee hat auf Grundlage der Bewertungen der Ortsbeiräte einen Beschlussvorschlag verfasst: Demnach sollen die vier bislang im Plan enthaltenen Suchräume im Naturpark bei Rhenegge, östlich von Adorf, östlich der Landstraße 3297 in der Gemarkung Vasbeck sowie in der Nähe des ehemaligen Militärgeländes östlich von Wirmighausen künftig keine Rolle mehr spielen. Dem stimmten die Mitglieder des Bau- und des Landwirtschaftsausschusses am Mittwochabend weitestgehend zu.

Schließen sich die Parlamentarier bei der heutigen Gemeinde­sitzung dem an, dann wird die Stellungnahme so an die Regionalversammlung weitergegeben. Es würden also keine neuen Suchräume für Windkraftanlagen hinzukommen. Die bestehende Fläche auf der Vasbecker Hochebene würde zudem kleiner. Das könnte für die Zukunft heißen, dass dort Windkraftanlagen nach dem Ende ihrer Laufzeit abgebaut werden. „Vasbeck trägt die größte Last, jetzt ist es dann auch mal gut“, begrüßte Jutta Franke (SPD) den Vorschlag des Gemeindevorstands.

Detlef Schmidt vom Büro für Freiraum- und Landschaftsplanung in Grebenstein rechnet mit Tausenden Stellungnahmen aus Nordhessen - ob von Privatpersonen, Interessengemeinschaften oder Verbänden. Darüber wird in der Regionalversammlung ebenso wie über den Beschluss der Gemeinde beraten, dann wird der geänderte Entwurf des Regionalplans erneut zur Diskussion offengelegt.

Meinung der Ortsbeiräte

Bürgermeister Volker Becker betonte, dass bei Windkraftan­lagen der maximal mögliche Ertrag in der Gemeinde bleiben solle - das sei am ehesten in Zusammenarbeit mit den regionalen Energieversorgern möglich. Derzeit seien aber Unternehmen unterwegs, die auf Grundstückseigentümer zugehen und versuchen würden, sich Flächen für Windkraftanlagen zu sichern. Wenn auf derselben Fläche dann später mehrere Unternehmen und die Gemeinde Windräder bauen wollten, sei das für die Planung schwierig.

Nun soll es nach Wunsch des Gemeindevorstands keine neuen Windvorrangflächen in Diemelsee geben. In den Ortschaften der Gemeinde gehen die Meinungen zu weiteren Windrädern auseinander. Während zum Beispiel die Ortsbeiräte Giebringhausen und Schweinsbühl den im bisherigen Plan enthaltenen Vorrangflächen positiv gegenüberstehen, gehen andere distanzierter an das Thema heran.

Gespräche mit Nachbarn

Der Ortsbeirat Wirmighausen­ würde sich wünschen, dass eine­ große Fläche zwischen Adorf und Vasbeck, die eigentlich nicht mehr als Vorrangfläche vorgesehen war, wieder in den Plan aufgenommen wird. In diesem Gebiet gibt es schon zwei Flächen mit Windkraftanlagen. Die Fläche östlich von Adorf würden sowohl der Adorfer als auch der Wirmighäuser Ortsbeirat gerne als Windvorrangfläche sehen. Keine Windräder wollen die Wirmighäuser in der Nähe des ehemaligen Militärgeländes. Im Bau- und im Landwirtschaftsausschuss gab es allerdings keine Mehrheit für neue Windvorrangflächen. Nun bleibt abzuwarten, ob sich die Gemeindevertretung dem anschließt.

Bürgermeister Volker Becker wies zudem darauf hin, dass nach Möglichkeit mit den westfälischen Nachbargemeinden zusammengearbeitet wird. Das funktioniere mit Brilon zum Beispiel gut. Dort seien im Grenzbereich keine Windkraftanlagen geplant. Aus Marsberg sei hingegen kaum Rückmeldung zu dem Thema gekommen.

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