Schwerlastverkehr in Willingen auf verbotenen Wegen

Gemeinde will mit „erforderlicher Härte“ durchgreifen

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Ausgebremst: Mitarbeiter des Ordnungsamts überwachten gestern den Verkehr am Hagen, wo kein Schwerlastverkehr zulässig ist. Diesen Lkw mit Anhänger ließen sie nicht durchfahren.

Willingen - Die Straßenbaumaßnahmen an der Willinger Ortsdurchfahrt im Bereich des Ortseingangs aus Richtung Korbach sind im vollen Gange. Gemeindevertreter Ingolf Schinze (FWG/Willingen) wies in der letzten Sitzung des Upländer Parlaments darauf hin, dass nicht nur Pkw-, sondern auch Lkw-Fahrer bis zum Viadukt fahren und dann auf innerörtliche Straßen ausweichen, die nicht für den Schwerlastverkehr ausgelegt sind.

„Da sind 40-Tonner auf Straßen unterwegs, auf denen maximal 3,5 Tonnen zulässig sind“, hat Schinze beobachtet. Einmal abgesehen davon, dass „die Anlieger den Fluch der Baumaßnahme spüren“, kann es aus seiner Sicht nicht angehen, dass aufgrund einer Straßensanierung andere Straßen kaputt gemacht werden und dann auch vorzeitig saniert werden müssen. Er plädierte für stärkere Kontrollen, um speziell dem Schwerlastverkehr in diesem Bereich entgegenzuwirken.

Intensive Kontrollen

Bürgermeister Thomas Trachte verdeutlichte, dass die offizielle Umleitung aus Richtung Usseln über Rattlar und Schwalefeld nach Willingen führt. Er kündigte „strenge, intensive und dauerhafte Kontrollen“ an, um die angesprochenen Missständen abzustellen. „Das Ordnungsamt greift mit der erforderlichen Härte durch, auch was die Verhängung von Bußgeldern angeht.“

Jörn Kesper (FDP/Willingen) bat in diesem Zusammenhang darum, darauf zu achten, dass in Willingen keine Buckelpiste entsteht. Er verwies auf die Usselner Ortsdurchfahrt, die seiner Ansicht nach stellenweise sehr uneben ist. Friedrich-Wilhelm Engelbracht (FWG/Willingen) riet dazu, bei der Straßenbaumaßnahme in der Kerngemeinde auf jeden Fall „leisen Asphalt“ zu verwenden.

Bauhof im Wakenfeld

Reinhold Pfennig (SPD/Neerdar) hakte in der Bauausschuss- und Michael Wilke (CDU/Willingen) in der Gemeindevertretersitzung beim Thema „gemeindlicher Bauhof“ nach. Wie berichtet, wurde die Ausschreibung aufgehoben. Bürgermeister Trachte teilte mit, dass das Ausschreibungsergebnis, das sich auf 2,61 Millionen Euro belief, deutlich über dem Haushaltsansatz (1,83 Millionen Euro) lag. Es soll jetzt geprüft werden, ob eine Einzelausschreibung der Gewerke möglicherweise günstiger wird als die Vergabe an einen Generalunternehmer. Der Bauausschuss soll sich demnächst eingehend mit dem Thema befassen. „Wir müssen dringend bauen“, so der Verwaltungschef. Es ist sein Ziel, das Vorhaben im kommenden Jahr zu verwirklichen.

Herbert Trachte (SPD/Eimelrod) sprach im Lagunenbad aufgetretene Mängel an. Bürgermeister Trachte kündigte eine systematische Aufnahme und Abarbeitung des Investitionsstaus an. „Das geht aber mit Sicherheit nicht auf einen Schlag.“ Wie das Gemeindeoberhaupt auf Anfrage von Patrick Stöcker (CDU/Usseln) mitteilte, sind die im Usselner Freibad aufgetretenen Schäden bekannt und in Bearbeitung.

Stephan Scharnhorst (SPD/Willingen) erkundigte sich nach der Zulässigkeit von Einzelhandelsgeschäften im Willinger Brauhaus-Hotel. Der Bürgermeister erklärte dazu, dass im Hotel-Sonderbaugebiet Einzelhandelsbetriebe grundsätzlich nicht zulässig sind - es sei denn, es handelt sich um „Unterbetriebe“ des Hotels, die nur vom Hotel aus zugänglich sind.

Zu der von Scharnhorst ebenfalls angeschnittenen Parkplatz-Frage teilte Trachte mit, dass der Betrieb den Stellplatznachweis erbracht habe. Einige Stellplätze seien abgelöst worden. Das Geld sei für die Schaffung eines öffentlichen Parkstreifens im Bereich des Hotels verwendet worden.(bk)

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