Schüler, Lehrer und Eltern beteiligen sich am ersten Sponsorenlauf der Adorfer Mittelpunktschule

Gemeinsam 3246,6 Kilometer geschafft

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Laufen und ein Teilstück gehen oder durchgängig joggen: Alle Teilnehmer zeigten beim ersten Sponsorenlauf der Adorfer Mittelpunktschule gestern ihre eigene Lauftechnik. Gemeinsames Ziel: So viele Runden wie möglich für den guten Zweck zusammenzubekommen.Foto: -sg-

Diemelsee-Adorf - Zum ersten Mal in der 51-jährigen Geschichte der Mittelpunktschule starteten Schüler, Lehrer und Eltern gestern Vormittag zu seinem Sponsorenlauf.

„Michi, du schaffst es!“ Der Vater hebt das selbst gebastelte Schild an, als sein Sohn auf dem Schulhof vorbeirennt - wieder eine Runde geschafft. Andere Eltern applaudieren, um ihren Nachwuchs anzufeuern. Der ist eifrig dabei, geht es doch um einen guten Zweck: In zwei Stunden und 15 Minuten gilt es, so viele Runden wie möglich sammeln. Für jede gibt es Geld von Sponsoren.

Eigene Lauftechnik

Alle haben ihre eigene Technik: Die Durchtrainierten laufen mit regelmäßigem Tempo durch und haben auch nach einer Stunde noch keine Pause eingelegt. Andere laufen einen Abschnitt und gehen danach eine Strecke. Einige Lehrer setzen konsequent aufs Gehen, manche sogar mit Nordic-Walking-Stöcken - sie halten so länger durch als eilige Läufer, die sich nach ein paar Runden verausgabt haben. Immerhin spielt das Wetter mit: um die 20 Grad und ab und zu ein paar Wolken - ideale Sportbedingungen. Dennoch fließt der Schweiß in Strömen.

Eine 600 Meter lange Strecke rund um die Schulgebäude haben Lehrer und Eltern abgesteckt. Auch Steigungen sind enthalten. Von der Wertungsstation aus geht es über den Sportplatz, an der Bushaltestelle vorbei und hinter dem Gebäudekomplex der höheren Klassen und der Verwaltung entlang, dann die Treppen hoch und über die beiden Schulhöfe zum Ausgangspunkt zurück. Schon beginnt die neue Runde.

Vom Fachdienst Sport des Kreises haben die Organisatoren eine moderne Messtechnik ausgeliehen. Alle Läufer erhalten ein elektronisches Fußband, und an der Wertungsstation am Sportplatz wird automatisch registriert, wer eine Bodenschwelle passiert und wie viele Runden geschafft sind. Die Daten fließen für die Auswertung in einem Laptop zusammen.

Schon im Vorfeld sind die Schüler mit Listen ausgeschwärmt, um sich Sponsoren zu suchen: Oma, Onkel, Nachbarn, Firmenchefs - keiner war vor einer Anfrage sicher. Sie verpflichteten sich, für jede gelaufene Runde einen Festbetrag zu zahlen. Manche Kinder hätten bis zu sieben, acht Sponsoren zusammengebracht, berichtet Rektor Jürgen Wohlfart. Sie kämen auf 15 bis 17 Euro pro Runde - das kann teuer werden. Außerdem hat sich jede Klasse Sponsoren gesucht. Eine schaffte 17 Euro pro Schüler und Runde. Auch die Lehrer suchten sich Geldgeber. Die Lehrer spendieren zudem 80, 60 und 40 Euro als Preis für die besten Klassen.

Elternbeirat verpflegt alle

Der Elternbeirat organisiert die Verpflegung - deshalb laufen auch nur relativ wenige Väter und Mütter mit. An der Strecke gibt es Ausgabestellen für Wasser, auf dem Schulhof weitere Getränke, Würstchen vom Grill und frisch gebackene Waffeln. Dort stehen auch Tische und Bänke zum Ausruhen.

Außerdem tragen Lehrer und Eltern einen kleinen Wettstreit aus, bei dem je fünf Vertreter gegeneinander antreten: Die Verlierer müssen die Sieger zu einem Grillabend einladen - was zugleich dazu beiträgt, einander näher zu kommen. Die Lehrer setzen sich mit 177 Runden knapp durch.

Bis gestern Nachmittag hat der Lehrer Reinhard Weber die Daten ausgewertet. Steffen Kaiser aus Vöhl ist bei der Rundenzählung behilflich - er betreut auch die Zeitmessung beim Waldeck-Frankenberger Laufcup. Insgesamt 5441 Runden sind zusammengekommen, das ergibt 3246,6 Kilometer.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

Bester Junge der Grundschule: Tim Grohmann aus der Klasse 2a siegt mit 33 Runden vor Jannis Weinreich aus der 3b mit 30 Runden und Tim Kalhöfer aus der 4b mit 29 Runden.

Bestes Mädchen der Grundschule: Emily Wistuba aus der 3a siegt mit 26 Runden vor Carolin Brida und Anika-Jana Holeczke aus der 4a, die beide jeweils 25 Runden schaffen. Beste Jungen der Klassen 5 bis 10: Justin Thiel und Pascal Hillebrand aus der 6b siegen beide mit 31 Runden, dritte Plätze mit 29 Runden erringen Jonas Nowotny und Christoph Büddefeld aus der 7a.

Bestes Mädchen der Klassen 5 bis 10: Lisa Kem aus der 7a siegt mit 31 Runden. Auf Platz zwei kommen Katharina Brida aus der 6b und Nicole Lache aus der 8b mit jeweils 28 Runden.

Beste Klasse: die 6b von Klassenlehrer Nils Milde mit 21,35 Runden im Durchschnitt vor der 8b von Martina Sprakties mit 20,38 Runden, der 5a von Marcus Bracht mit 19,77 Runden und der 7a von Christina Grebe mit 19,40 Runden.

Bester Lehrer: Michael Atteln mit 39 Runden vor Nils Milde mit 37 Runden.

Beste Lehrerin: Nina Leyhe mit 34 Runden.

Wie viel Geld zusammengekommen ist, muss noch ausgerechnet werden. Weil jeder Teilnehmer eine unterschiedliche Summe vereinbart hat, kann es noch ein paar Tage dauern. Der Erlös geht an den Förderverein der Schule. Rektor Wohlfart kann sich vorstellen, mit dem Geld noch ein, zwei interaktive Tafeln für die soeben renovierten Klassenräume anzuschaffen.

Von Dr. Karl Schilling

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