Ederbringhäuser laden zum Jubiläum zu Sternwanderung nach Hessenstein ein

Gemeinschaft und Geschichte gefeiert

Ederbringhausen - Auf Burg Hessenstein haben die Ederbringhäuser begonnen, das 775-jährige Bestehen ihres Dorfes zu feiern – mit viel historischem Flair und zusammen mit ihren Nachbarorten.

Die roten Jubiläumshemden der Schmittlotheimer, die grünen der Ellershäuser, die blauen der Orker und Louisendörfer und die „Zivilkleidung“ Hunderter anderer Besucher aus Ederbringhausens Nachbarorten: Farbenfroh waren die Teilnehmer der Sternwanderung zum 775-jährigen Jubiläum Eder­bringhausens. Entsprechend bunt erschien die Menge an ihrem Zielort, der Burg Hessenstein. Auf der nur knapp 100 Jahre jüngeren Burg begrüßte sie der Fanfarenzug Ittertal. Bläser und Trommler präsentierten sich nicht als einzige in historischen Gewändern: Der stellvertretende Ortsvorsteher Volker König trat als zur Jagd gekleideter Landgraf Heinrich II. auf und gab den Besuchern einen Einblick in die Geschichte der von seiner Figur errichteten Feste: Gerade erbaut musste Heinrich sie an das Kloster Haina verkaufen, nach der Reformation wurde die Burg wieder hessisch und zwischenzeitlich Sitz des landgräflichen Amtes Hessenstein – dem nur Ederbringhausen angehörte. Als Hessens älteste Jugendherberge erlangte sie wieder Bedeutung für das Dorf. „Wir Ederbringhäuser sagen auch ‚unsere Burg‘“, erklärte Ortsvorsteher Eckhard Mehrhoff dem „Landgrafen“. Auf die Zukunft der Burg nahm Landrat Dr. Reinhard Kubat Bezug: Mit Unterstützung des Landes beginnt im Herbst eine grundlegende Sanierung, zunächst werden die Sanitäranlagen erneuert. Historische bis märchenhafte Stimmung verbreiteten die Tanzmädels aus verschiedenen Dörfern der Nachbarschaft: Zu keltischer Musik tanzten sie synchron in Formation, schnell im Kreis oder im Zusammenspiel mit einem kleinen Drachen. Die jungen Besucher auf der Burg freuten sich über ums Haar geflochtene Bänder und die Möglichkeit, Schwerter und Schilde zu gestalten. Auf dem Programm standen auch Stockbrotbraten im nahen Steinbruch und ein Gottesdienst mit Pfarrerin Heidi Houska. In der Andacht und am Nachmittag sangen der gemischte Chor Eder­bringhausen und der Männergesangverein Viermünden. Die Bewirtung der Gäste übernahmen die Orker: Mehr als 50 Helfer aus den beiden Dörfern unterstützten ihren Nachbarort. „Ohne sie wäre das nicht möglich“, erklärte Volker König. Eckhard Mehrhoff versprach, die jetzt „999-jährigen“ Orker dafür im nächsten Jahr bei ihrem großen Jubiläum zu unterstützen.Bevor es so weit ist, steht noch der Hauptteil der Ederbringhäuser Feierlichkeiten vom 19. bis 22. Juni an. Fast alle Vöhler Ortsteile beteiligen sich am Festzug, beim Kreissängerfest des Edertal-Bezirks singen Chöre aus den Nachbarorten und auch die Ederbringhäuser Wasserspiele mit gleichzeitigem Höhenfeuerwerk sollen ins Jubiläumsdorf locken. Von Wilhelm Figge

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