Apfelfest der Grenzland-Kelterei mit Projektchor-Konzert und Wahl der Apfelkönigin

Genießertreffen in Nieder-Schleidern

Korbach-Niederschleidern - Mehr als 100 Genießer feierten am Samstag bei strahlendem Herbstwetter ein gelungenes Apfelfest in Nieder-Schleidern. Kredenzt wurde ein aromatischer Jahrgang 2014.

Der Verein Grenzland-Kelterei mit seinem Vorsitzenden Reinold König hatte zur Verkostung des vereinseigenen Apfelsafts und zu einem geselligen Beisammensein mit abwechslungsreichem Programm eingeladen. Mit Kaffee und Kuchen, Gegrilltem, kühlen Getränken und natürlich auch dem Ausschank des frisch gepressten Apfelsafts startete das Fest, das gleichzeitig auch den Abschluss der vielbesuchten Niederschleiderner Apfelwoche bildete. „Es war eine sehr schlechte Apfelernte in diesem Jahr“, berichtete Vorsitzender König. Dennoch habe man mehr als 2,2 Tonnen Früchte pflücken und in der Presse des Vereins entsaften können. Der Saft, der aus zahlreichen unterschiedlichen Apfelsorten gewonnen worden war, zeichnet sich durch ein wohlschmeckendes, leicht säuerliches und doch gleichzeitig mildes Aroma aus. Frei von Zuckerzusatz und Spritzmitteln und bei etwa 80 Grad schonend haltbar gemacht, erfreute er sich auch sogleich bei den zahlreichen kleinen und großen Gästen großer Beliebtheit. Große Nachfrage entstand auch bei den Kanistern mit fünf oder 15 Litern Saft, die man zum günstigen Preis von 1,50 Euro pro Liter erstehen konnte. Darüber hinaus hatten sich Mitglieder des Vereins noch einige Köstlichkeiten beim Ausschenken des guten Tropfens einfallen lassen, wie beispielsweise Apfelsaft mit Amaretto oder Apfelsaft mit Prosecco und frischem Ingwer. Verspätet trafen noch im Laufe des Nachmittags Säcke mit Äpfeln ein, die jedoch erst im November wieder gepresst werden, wenn eine ausreichende Menge Obst zusammengekommen ist. Während die Gäste es sich schmecken ließen, zeigte der Projektchor, bestehend aus den Vereinsmitgliedern, dass sie außer der Pflege des einheimischen Apfelbestandes auch sonst noch einiges zu bieten haben: Sie sangen unter der Leitung ihres Dirigenten Rüdiger Pfan-kuche zur Freude der Anwesenden bekannte Songs wie: „Hey, komm mal her ... „ oder: „In einem kleinen Apfel ...“.

Apfelexperte Robert Jäger aus Twistetal war ebenso wieder vor Ort und verblüffte die Anwesenden, indem er mit beeindruckender Schnelligkeit verschiedene Apfelsorten bestimmte, bei Äpfeln, die ihm die Besucher vorlegten. Bei der Wahl der ersten Apfelkönigin von Niederschleidern stellten sich 16 Bewerberinnen zur Vorauswahl, die dann durch ein Geschicklichkeitsspiel auf fünf Kandidatinnen reduziert wurden. Diese wetteiferten dann mit Wissen und Geschick um alles, was mit dem Apfel zu tun hatte. Siegerin wurde Lina Wagner aus Goddelsheim, auf Platz zwei kam Doris Schlichtherle-Clemens und auf Platz drei Gertrud Schlichtherle. So saß man bei bester Stimmung und Gegrilltem, Variationen vom Apfelsaft und anderen Getränken noch bis in die späten Abendstunden zusammen. Der 2013 gegründete Verein Grenzlandkelterei umfasst bislang 32 Mitglieder aus Niederschleidern, Eppe, Hillershausen, Alleringhausen, Welleringhausen, Oberschledorn, Düdinghausen, Referinghausen und Deifeld. Sein Ziel ist die Pflege einheimischer gesunder Apfelbestände sowie deren einheimische und gemeinschaftliche Kelterei. Im Besitz des Vereins befinden sich mittlerweile Streuobstwiesen, auf denen sich eine Vielzahl alter Apfelbaumsorten befinden. Hier wachsen früh- und spätreifende Apfelsorten nebeneinander, so dass dem Verein im Laufe des Sommers über einen längeren Zeitraum frische Apfelsäfte zur Verfügung stehen.Die Idee zur Vereinsgründung kam dem heutigen Vorsitzenden Reinold König, als er seinerzeit zwei Jugendliche beobachtete, die mit reifen, essbaren Äpfeln Fußball spielten. König war schockiert, wie verächtlich die Jugendlichen mit den Früchten umgingen. „Da muss aber jetzt mal etwas geschehen“, habe er zu seiner Frau gesagt und gleich die Initiative ergriffen. So wurde der Verein gegründet und vergessene gute alte Apfelsorten wieder gewürdigt. Fördermittel der Europäischen Union sowie finanzielle Unterstützung aus Korbach ermöglichten den Anbau von robusten althergebrachten Apfelbäume, sowie die solide Ausstattung der vereinseigenen Kelterei mit einer Druckpresse samt Zubehör, die den umliegenden Gemeinden ebenfalls zur Verfügung steht. Der große Zulauf, auch aus den umliegenden Ortschaften, bestätigt bereits jetzt das zeitgemäße und ökologisch sinnvolle Konzept des Vereins.

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