Vöhl

Gentechnik und Pachtland

- Vöhl (md). Ein brisantes Thema, das in der Gesellschaft kontrovers diskutiert wird, und das vor allem Lobbyisten vom Gros der Bevölkerung auseinander dividiert, ist der Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft und bei der Herstellung von Lebensmitteln.

Die einen sehen darin einen Garant für die Ernährung der Weltbevölkerung – zumal Gentechnik ein Milliardengeschäft für Großkonzerne verspricht –, die anderen fürchten ernsthaft um die Gesundheit von Natur, Mensch und Tier, weil die Folgen eines Einsatzes von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) nicht abzusehen sind. Zu Letzteren gehören die Mitglieder der Grünen Liste in Vöhl.

Um ein klares Zeichen zu setzen und dem Einsatz von GVO Einhalt zu gebieten, stellten sie am Montagabend bei der Gemeindevertretersitzung in Herzhausen den Antrag, alle gemeindeeigenen landwirtschaftlichen Flächen in Zukunft nur noch mit der Auflage zu verpachten, auf diesen Flächen keine Pflanzen, die gentechnisch verändert wurden, anzubauen. Auch dürften dort keine Wirtschaftsdünger ausgebracht werden, die GVO enthalten oder von Tieren stammen, die mit GVO gefüttert wurden, erklärte Gerhard Henkel von der Grünen Liste.

Sven Bökenschmidt (SPD) erklärte: „Die SPD steht dem Antrag positiv gegenüber“, und machte den Vorschlag, das Thema in die Ausschüsse zu verweisen, weil es komplex und sensibel sei. Die Sprecher von CDU und FWG zeigten sich durchaus offen für den ersten Teil des Antrags, vor allem FWG und FDP äußerten sich mit Blick auf den zweiten Teil des Anliegens aber zurückhaltend bis ablehnend. „Weil nicht klar ist, wie die Sache mit dem Wirtschaftsdünger organisatorisch umgesetzt werden kann, sollten wir uns auf den ersten Teil beschränken“, sagte Ulrich Müller (FWG).

„Dass im Wirtschaftsdünger kein genverändertes Material ist, kann keiner mehr garantieren. Den 2. Teil kann kein Landwirt unterschreiben“, sagte Heinrich Heidel (FDP). Hermann Kubat (CDU) unterstützte den Vorschlag, den Antrag in die Ausschüsse zu verweisen – der dort nun auch behandelt wird, wie einstimmig beschlossen wurde. Die Gemeinde Vöhl verpachtet 297 Flächen.

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