Korbach: Nach 34 Jahren gibt Horst Pawel Restaurant "Pfeffermühle" auf

Genussmensch wechselt das Fach

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- Korbach (resa). Mehr als 30 Jahre lang stand er in der Küche, durchstand die Nachtschichten und kümmerte sich um die Gäste: Im Mai schließt Horst Pawel seine Pfeffermühle. Er will noch mal von vorne anfangen und eröffnet einen Feinkostladen in der Fußgängerzone.

Er ist ein Genießer, einer, der bei einem Glas Wein oder einem guten Kaffee abschalten kann. Und weil der Duft von Köstlichkeiten zu seinem Leben gehört, will er ihn auch mit 67 Jahren nicht aufgeben. „Aber ich muss mal einen Gang zurückschalten“, sagt Horst Pawel. Und das bedeutet vor allem: geregelte Arbeitszeiten und keine Nachtschichten mehr.

Und deswegen schließt Horst Pawel im Mai seine Pfeffermühle am Obermarkt. Aber statt in Rente zu gehen beginnt er noch mal von vorne. „Ich eröffne einen kleinen Feinkostladen in der Fußgängerzone“, erzählt der Koch. Die Räume hat er bereits gemietet und viele Pläne hat er gemeinsam mit seiner Frau Marina geschmiedet: Ein Bistro soll entstehen mit kleinen Köstlichkeiten zu moderaten Preisen, Kaffee und Wein sollen angeboten und Feinkost verkauft werden, auch Weinproben sollen veranstaltet werden. „Ich wünsche mir eine südländische Atmosphäre, obwohl ich selbst kein Südländer bin“, sagt er.

Aber im letzten Urlaub in Südtirol haben er und seine Frau genauer hingesehen und viele Ideen mitgebracht. Im Mai will er seinen neuen kleinen Laden eröffnen und damit ein neues Kapitel aufschlagen.„Ich freue mich darauf“, sagt er, „aber natürlich ist auch ein bisschen Wehmut dabei“. Schließlich stecken in seiner Pfeffermühle viele Erinnerungen. „Gemeinsam mit meiner ersten Frau Ursula habe ich 1978 die Pfeffermühle eröffnet“, erzählt Horst Pawel. Damals kochte er im Kellerrestaurant am Nordwall.

Zehn Jahre später, als das „Deutsche Haus“ am Obermarkt frei wurde, seien sie an die „Frischluft“ gezogen, erzählt er. „Das waren schöne Zeiten.“ Gemeinsam mit Ehefrau Ursula, die 2006 starb, hielt er das Restaurant in Schwung. „Viele Promis kamen in dieser Zeit“, erinnert sich der Gastronom und verweist auf die Fotowand im Restaurant. Matthias Reim war da, Roland Koch und Günter Strack. „Ich hatte während meiner Ausbildung und danach in vielen großen Hotels in Deutschland gekocht“, sagt er, „und in Korbach haben wir dann endlich unsere eigene Küche eröffnet“. Viel hat der Koch ausprobiert, manches hat funktioniert, anderes nicht. „Vor zwölf Jahren aß einfach noch niemand Austern“, sagt Pawel, „heute sind die Kunden offener“. Inzwischen unterstützt ihn Ehefrau Marina im Restaurant – und bei seinen neuen Plänen. Das „Deutsche Haus“ soll auch nach Pawels Auszug nicht leer stehen. „Es gibt bereits einen möglichen Nachfolger“, sagt Pawel, „die Pfeffermühle aber wird es nicht mehr geben“.

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