Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann besucht ehemaliges Kloster Flechtdorf

Für Geschichte und Zukunft

Diemelsee-Flechtdorf - Zwar hatte Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann keine neuen Fördermittel dabei, dafür aber viel Lob für die Mitglieder des Fördervereins Kloster Flechtdorf. Sie warf vor Ort einen Blick auf die Sanierungsarbeiten.

Viel ist im ehemaligen Kloster Flechtdorf geschehen, seitdem der Förderverein 2007 die Gebäude und Grundstücke ersteigerte. Aber vieles soll auch noch geschehen, dafür sind die ehrenamtlichen Helfer auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Von den Fortschritten in den historischen Gemäuern überzeugten sich am Donnerstag die CDU-Politiker Eva Kühne-Hörmann, hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, sowie der Landtagsabgeordnete Armin Schwarz. Seit 2001 hat das Land Hessen 231 000 Euro aus dem Topf für Denkmalschutzpflege zum Erhalt und zur Sanierung der Klosterkirche beigesteuert. „Sie werden sehen, dass die Mittel hier gut angelegt worden sind, aber dass auch in Zukunft Bedarf besteht“, gab Diemelsees Bürgermeister Volker Becker der Ministerin seinen Wunsch mit auf den Weg. „Ich hoffe, dass ich Ihre Unterschrift noch häufiger auf einem Förderbescheid sehen werde“ fügte Helmut Walter, Vorsitzender des Fördervereins Kloster Flechtdorf, schmunzelnd an. Derzeit ruhen die Hoffnungen von Becker und Walter auf dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Damit die Arbeiten am im Bau befindlichen Info-Zentrum im nächsten Jahr abgeschlossen werden können, werden die Mittel aus dem Fördertopf benötigt. „Wir könnten bei der Sanierung schnellere Wege gehen, wenn wir das nötige Geld hätten“, erklärte Walter. Zwar hatte Eva Kühne-Hörmann keine Finanzspritze mit im Gepäck, sie machte den Anwesenden Mitgliedern des Fördervereins und des CDU-Gemeindeverbandes Diemelsee aber Hoffnungen, vor allem, weil hinter dem Kloster ein Verein mit vielen ehrenamtlichen Helfern stecke. „Denkmalschutzmittel werden nicht vergeben, wenn es nicht jemanden gibt, der auch dafür sorgt, dass sie ordentlich eingesetzt werden“, erklärte die Staatsministerin. Die Initiative komme in Flechtdorf aus der Bevölkerung heraus, hinter den Projekten stecke sehr viel Engagement, richtete sie ihr Lob vor allem an die Mitglieder des Fördervereins. Der Förderverein setzt sich derzeit aus rund 250 Unterstützern zusammen, etwa die Hälfte davon kommt aus der Gemeinde Diemelsee, die andere Hälfte verteilt sich über das gesamte Bundesgebiet, und auch in den Niederlanden gibt es Mitglieder. Derzeit kommen zwischen 1000 bis 1200 Besucher im Jahr ins Kloster – „ohne Werbung“, wie Helmut Walter betont. Dort informieren sich die Gäste über das Leben der Benediktiner-Mönche vor etwa 900 Jahren. Daher sieht Eva Kühne-Hörmann auch großes Potenzial in dem historischen Gebäude. Viele Reisende würden gezielt nach solchen touristischen Attraktionen suchen. Auch Landtagsabgeordneter Armin Schwarz glaubt, dass das Kloster auf Landesebene bereits viel Aufmerksamkeit erfahren habe, „aber es könnte darüber hinaus noch besser vermarktet werden“.Der erste Schritt dorthin soll mit dem Besucherzentrum verwirklicht werden. „Das Kloster war immer ein Ort der Begegnung, und das soll auch in Zukunft so sein“, sagte Helmut Walter. Neben der Baustelle Besucherzentrum, wird auch in anderen Gebäudeteilen weitergearbeitet. Beim Verlegen einer Leitung sind die Mitglieder auf Reste der alten Klostermauer gestoßen. So könnte es bald neue Informationen dazu geben, wie der genaue Verlauf der Mauer war. „Die Fördermittel sind hier sehr gut angelegt, das ist auch eine Investition in die Zukunft“, befand Eva Kühne-Hörmann.

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