Mundartabend in Meineringhausen

Geschichten aus der guten alten Zeit

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Korbach-Meineringhausen - Und die Walmehalle „wor full besatt“, wieder einmal: Rund 350 Besucher haben sich beim Mundartabend in Meineringhausen „auf Platt“ unterhalten lassen.

„De Lüde wönn Spass hann un lachen“, hatte Liselotte Schmidt, die Vorsitzende der „Meinerküser“, als Motto ausgeben lassen. Mit vielen Sketchen, kurzen Vorträgen und einer skurrilen Modenschau unterhielten denn auch die Meineringhäuser Mundartgruppe und ihre Gäste die Zuschauer im voll besetzten Saal fast drei Stunden lang.

Werner Geldmacher etwa berichtete aus der „guten alten Zeit“: „Als me elektrisches Lecht nid kannte, med Hauchdruck noch tem Plumsklo rannte, als me noch Baunen at med Fitze, lange Buchsen troch med Schbitze.“Karin Stöckmann und Gisela Fernandez verhandelten über ein Faß guter „Botter“ und Dorothea Ambaum und Jörg Wiesemann aus Obernburg kamen einem Missverständnis um einen „Goldschatz“ auf die Spur. Als ältestes Mitglied der Mundartgruppe erzählte der 91-jährige Fritz Kesting aus seinem Leben.

Seine neue Hose wollte Rainer Schäfer kürzen lassen. Doch weder Annemarie Klinke noch Erika Stracke und Lisa-Marie Schäfer hatten Zeit. „Dree Wiewer im Husse, un kenner häd Tied, mie de Hose körrter te maken“, beschwerte sich der Mann im Hause und legte selbst Hand an. Doch beim Anprobieren am Abend ist die Hose viel zu kurz: Alle drei Damen hatten doch noch „dranne rümgeschnippelt“, ahnungslos, dass die anderen schon je eine Handbreit abgeschnitten hatten.„De Streuder Piwitteke“ (Kiebitze) zeigten sich bei der Planung für den vierspurigen Ausbau der Kreisstraße zwischen Strothe und Meineringhausen ziemlich unkonzentriert. Und Annemarie Klinke hatte den Zweck einer Waschmaschine wohl etwas falsch interpretiert: „Du brukesd deck sunndaachs nid mehr te waschen.“

Außerdem gab es noch „Begegnungen am Unterborn“ mit Manfred Schäfer und Karl Müller, ein Gespräch über Ärzte mit Lisa-Marie Schäfer und Sandra Hankel, eine Hutmodenschau mit Dieter Leithäuser und einen Gastbeitrag aus Höringhausen. Der Posaunenchor und die „Waldecker Kauhlhasen“ sorgten für musikalische Unterstützung.

(von Lutz Benseler)

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