Korbach

Geschichten hinter Klostermauern

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- Diemelsee-Flechtdorf (resa). Der erste Bauabschnitt im Flechtdorfer Kloster nimmt weiter Gestalt an: Im nächsten Jahr soll das Info- und Begegnungszentrum eröffnet werden. Unterdessen entdeckt der Förderverein neuen Handlungsbedarf.

Staub und Wasser, Hammerschläge und surrende Werkzeuge: Am Kloster in Flechtdorf wird gearbeitet. Im vergangenen Jahr startete der Förderverein gemeinsam mit dem Amt für Denkmalschutz, den Restauratoren und Architekten den ersten Bauabschnitt: Abtshaus, Remise und Kuhstall. „Die Räume im Abtshaus stellen wir so gut es geht wieder her“, sagt Architekt Eckhard Lohmann, „die wirken durch sich selbst“. Schließlich gehören sie zu den ältesten der Anlage.

Viel jünger ist die Remise gleich nebenan: Hier soll ein Info- und Begegnungszentrum entstehen, das schon nächstes Jahr eröffnet werden könnte. „Die Gefache wurden mit Lehm ausgemauert und wärmegedämmt“, erzählt Vereinsvorsitzender Helmut Walter. Der Dachstuhl wurde restauriert und künftig sollen Besucher hier nicht nur Informationen und einen Kaffee bekommen, im zweiten Stock soll außerdem ein Seminarraum entstehen. Im alten Stallgebäude nebenan werden der schadhafte Dachstuhl ausgebessert, die Decke erneuert und das Bruchsteinmauerwerk restauriert. „Auch hier haben wir alte Mauern gefunden, die uns Rätsel aufgeben“, sagt Walter. Fest steht, dass hier Sanitäranlagen entstehen sollen, „denn umso jünger die Gebäude, desto mehr Gestaltungsspielraum haben wir“, sagt Lohmann.

Größte Herausforderung des ersten Bauabschnitts: Außen- und Innenschale des Abtshauses haben bisher keine Verbindung, dadurch wölbt sich die Außenwand. „Jetzt testen wir verschiedene Verfahren, um die Wände zu verbinden“, erklärt Helmut Walter. Das braucht Zeit und kostet Geld. Rund 500 000 Euro an Förder- und Investitionsmitteln wurden seit vergangenem Jahr „verbaut“. Und auch nach dem Abschluss des ersten Bauabschnitts bleibt viel zu tun: „Das Dach des alten Westflügels ist beschädigter als wir dachten“, sagt Walter. Weil die Dachkonstruktion einsturzgefährdet ist, bleiben die Räume für Besichtigungen vorerst gesperrt.

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